Alles hat seine Stunde (steht schon im Buch Kohelet). Das gilt auch für den Tatort Münster.
Aber vielleicht sind die Macher auch bloß zu lange neben dem grund- und sinnlos offenen Bienenstock gestanden.

Alles hat seine Stunde (steht schon im Buch Kohelet). Das gilt auch für den Tatort Münster.
Aber vielleicht sind die Macher auch bloß zu lange neben dem grund- und sinnlos offenen Bienenstock gestanden.
Schwer zu sagen, was einen düsterer stimmt. Dieser Klasse-Tatort. Oder die Aussicht, dass wir auf Kommissarin Kunzendorf bald wieder verzichten müssen.
Die werden immer weißer, die beiden Herren Hauptkommissare. Weißer, aber kein bisschen schlechter.
Und dann dürfen sie auch noch im ungemischten Doppel auf Augenhöhe gegen die Damen Proll und Tander spielen. Großartig.
Moderne Revolver haben keine Sicherung. Also kann man sie auch nicht entsichern.
Aber gut.
Ganz schön bitter, diese Batu-Dernière. Noch bitterer ist eigentlich nur die Aussicht auf seinen Nachfolger.
Boerne, 1999, Sizilien. Sah ein bisschen aus wie Kurt Felix. Bloß, dass dieser Tatort immer noch um Längen unterhaltsamer war als 50 Jahre “Verstehen Sie Spaß?”.
Nun ja, die Psychologin, der interne Ermittler, das Interieur des internen Ermittlungszimmers – ein ganz kleines bisschen dick aufgetragen war das schon. Dafür hatte die Geschichte der Familie, die (fast) alles tut, um am Ende (fast) alles zu verlieren, schon eine (fast) alttestamentarische Wucht.
Und mittendrin die beiden Silberrücken, unterstützt von einer Praktikantin, die gern länger bleiben dürfte - ja, dieser Tatort hat mal wieder zu den ganz guten gezählt.
Trotz Frau Neuhauser: es hat schon bessere ORF-Tatorte gegeben.
Daran konnten auch die schnittigen, stets frisch gewaschenen und bestens ins Licht gesetzten Volkswagen nichts ändern.
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