Archiv für das 'Johann Sebastian Bach'-tag

CD-Tipp: Leon Fleisher spielt mit links

Leon

Der Mann ist eine Legende. Egal, ob er nun beidhändig Klavier spielt oder – krankheitsbedingt – nur mit links: Leon Fleisher gehört mit seinen 86 Jahren zu den ältesten aktiven Weltklassepianisten. Nun hat er wieder eine CD mit Literatur für die linke Hand eingespielt. Und wie schon bei der  phänomenalen, 1993 erschienen  „Recital“-Produktion steht Bachs Chaconne in der Fassung von Johannes Brahms im Zentrum. ‘CD-Tipp: Leon Fleisher spielt mit links’ weiterlesen


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CD-Tipp: Bach mit Isabelle Faust

Was für ein Bekenntnis: „fassungs- und  oft auch ratlos“, schreibt Isabelle Faust, stehe sie oftmals Johann Sebastian Bachs Sonaten und Partiten für Violine solo gegenüber. Und das nach jahrzehntelanger intensiver Beschäftigung mit diesem sechsteiligen Zyklus, dessen zweite Hälfte sie jetzt auf  CD vorgelegt hat.

Nach der C-Dur-Sonate und den Partiten in d-Moll und E-Dur von 2010 ist bei harmonia mundi nun also gewissermaßen auch Faust II erschienen: die Sonaten in g-Moll und a-Moll sowie die Partita in h-Moll. Und wiederum  nähert sich die Geigerin ihrer Aufgabe mit äußerster Präzision und Konzentration. Da ist jede Phrasierung wohl überlegt, jede dynamische Nuance genau dosiert, jeder architektonische Bogen gewissenhaft bedacht. Aber Isabelle Faust wäre nicht Isabelle Faust, wenn sie ihr breites akademisches  Fundament nicht mit großer Spielfreude verbinden würde. So ist am Ende eine Gesamteinspielung von Bachs Solowerk herausgekommen, wie sie – wieder einmal –  keine Vergleiche zu scheuen braucht.

Als „eine Momentaufnahme“ bezeichnet Isabelle Faust ihre beiden Bach-CDs. Eine Momentaufnahme? Es wird wahrscheinlich lange dauern, ehe uns wieder solche Momente aus dem bachschen Kosmos beschert werden.


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Tag für Tag

Der Deutschlandfunk erinnert an das zweite vatikanische Konzil und beginnt den Beitrag musikalisch mit Bachs Präludium und Fuge Es-Dur BWV 552.

Und der alte Luther und der alte Bach sitzen droben auf ihren Wolken und grinsen sich eins.


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Masaaki Suzuki oder Ich bin doch schön blöd

Monate-, was, jahrelang beim Einklang um fünf CD-Boxen herumgeschlichen: Bach-Kantaten und große Chorwerke mit Masaaki Suzuki und dem Bach Collegium Japan. Jeweils zehn CDs zum Stückpreis von 50 Euro. Drei der Boxen habe ich mir nach und nach zugelegt, die beiden anderen standen auf der Wunschliste.

Blöd nur, wenn man den Aufrduck “Limited Edition” irgendwie nicht so recht glauben will. Jedenfalls: die Edition war tatsächlich limitiert, da konnte mir nicht mal mehr Willi Wagner – und der muss es schließlich wissen – helfen.

Wie heißt es bei Henscheid (glaub ich jedenfalls): so dumm ist die Hauptperson.


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Wie beiläufig

Leider nur kurz in die Musikstunde reingehört (ging zeitlich nicht anders). Wolfgang Scherer – quid possit musica – über die Wirkungen der Musik.

Bei Bachs d-Moll-Präludium aus dem WTK II habe  ich  aufgehorcht. Man wird nicht leicht einen Cembalospieler finden, der mit seinen wie beiläufig gesetzten Verzierungen, Trillern, Prallern, Arpeggien und dergleichen mehr eine ähnlich aufregende Wirkung erzielt wie Masaaki Suzuki. Wer’s nicht glaubt, höre sich nur mal den Eingangschor der Johannespassion oder das Air aus der D-Dur-Suite an. Ich krieg da immer eine Gänsehaut (wollte ich nur mal gesagt haben).


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Endlich mobil

Jetzt kann ich’s ja gestehen: seit einiger Zeit bin auch ich so ein Inmich, so eine Monade, einer, der ohrgestöpselt in der S-Bahn sitzt und Musik hört. Lang hab ich mich dagegen gewehrt – und mir dann doch zum Geburtstag ein Westentaschenradio gewünscht. Weil: die SWR-2-Musikstunde (http://www.swr.de/swr2/programm/sendungen/musikstunde/-/id=659552/1w2t6si/index.html)  morgens zwischen neun und zehn hab ich schon sehr vermisst. In dieser Woche hat Wolfgang Molkow unter dem Titel „Teurer Name dessen Klang“ über „Namen, Chiffren und Kryptogramme in der Musik“ gesprochen.

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