Archiv für das 'dina ugorskaja'-tag

CD-Tipp: Wilhelm Backhaus – Live at Carnegie Hall

BackhausVor einigen Tagen rief mich ein Herr in der Redaktion an. Er lebe im Harz und habe zufällig die Print-Version meiner Derzhavina-Besprechung in die Hände bekommen. Der Text habe ihm so gut gefallen, dass er mich einfach habe anrufen müssen, um mir das zu sagen. Wir unterhielten uns eine Weile  über diese außergewöhnliche Pianistin, über ihre Kollegin Dina Ugorskaja, über Leon Fleisher,  über Lang Langweilig (das Wortspiel war ihm neu, es hat ihn aber sehr amüsiert) und nicht zuletzt über Wilhelm Backhaus, den er persönlich sehr gut gekannt habe. Und dann hatte die Sache noch ein Nachspiel. Und was für eines. ‘CD-Tipp: Wilhelm Backhaus – Live at Carnegie Hall’ weiterlesen


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CD-Tipp: Dina Ugorskaja spielt späten Beethoven

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Zwei der größten Brocken von Beethoven auf einer CD: mit ihrer neuesten Veröffentlichung zeigt die Pianistin Dina Ugorskaja erneut, dass sie zu den ganz Großen ihres Fachs gehört – auch wenn sie längst nicht so bekannt ist, wie sie es eigentlich verdiente.

Die Hammerklaviersonate ist fast 200 Jahren nach ihrem Entstehen immer noch ein ungeheures, ja ein ungeheuerliches Werk. Unfassbar, was Beethoven sich, seinen Interpreten und seinen Zuhörern zumutet. Und an einer Stelle im langsamen Satz scheint es Dina Ugorskaja genau deshalb schier zu zerreißen. In den Takten 113 fortfolgende kulminiert ihr Spiel  in einem regelrechten Ausbruch. Dieser Aufschrei ist ziemlich  untypisch für die Künstlerin, die ansonsten stets mit warmem Kalkül spielt.

Eher breit im Tempo, weit entfernt von Beethovens aberwitzigen Metronomangaben, legt sie den ersten Satz der „Hammerklavier“ an. Fast skrupulös zeigt sie die Architektur auf, immer die alles umfassende Terz des ganzen Werks im Blick. Federnde Rhythmik im Scherzo, farbige Nuancen im b-Moll-Teil (nur das das Presto könnte auch grimmiger sein), dann das Adagio, das sie so in die tiefsten Tiefen auslotet, wie es nur ganz großen Beethoven-Interpreten gelingt. Und nicht zuletzt: jene gewaltige Schlussfuge, deren Klippen sie alle souverän umschifft. Nur ein Beispiel: die oft banal wirkenden Tonleiterpassagen ab Takt 180 klingen bei ihr nach Musik und nicht nach Klavierstunde.

Was soll da noch kommen? Genau: die Opus 111, mit deren klar strukturierten, bis ins letzte Detail ausgeleuchteten Arietta-Variationen Dina Ugorskaja endgültig zeigt, wo sie hingehört: ganz nach oben.


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Konzert-Tipp: Anatol Ugorski spielt in Esslingen

Die  Tochter ist ja leider schon lange nicht mehr in den Raum Stuttgart eingeladen worden (kleiner Wink mit dem Zaunpfahl an alle Konzertveranstalter), aber am Sonntag, 5. Februar  kommt der Vater in die Gegend: Anatol Ugorski tritt mit der Kammerphilharmonie Amadé in Esslingen auf. Er spielt an Stelle der erkrankten Dinorah Varsi  Bachs d-Moll-Konzert und Mozarts A-Dur-Rondo, auf dem Programm stehen ferner Haydns Sinfonier “La Passione” und Bartóks Divertimento, es dirigiert Frieder Obstfeld. Na, wenn das kein Grund zu einem Ausflug nach Esslingen wäre!

Ach ja: Das Konzert im Neckarforum beginnt 18 Uhr, Karten gibt es hier.


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CD-Tipp: Dina Ugorskaja mit Schumann

Sie ist keines jener Piano-Girlies, von denen in ein paar Jahren wahrscheinlich kein Mensch mehr spricht. Und ihre Diskographie ist sehr überschaubar: gerade einmal fünf CDs. Für eine Pianistin Jahrgang 1973 nicht eben viel. Aber was hat Dina Ugorskaja nicht alles vorgelegt: Bach-Inventionen und Chopin-Préludes von höchstem Niveau, Händel-Suiten mit Referenz-Charakter. Und nun: Schumann. Die Kreisleriana. Dazu die Gesänge der Frühe. Sieben Klavierstücke in Fughettenform. Und die nachgelassenen Geistervariationen. ‘CD-Tipp: Dina Ugorskaja mit Schumann’ weiterlesen


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