O du fröhliche!

Bild

Hefte mit Noten von Weihnachtsliedern gibt es viele. Jetzt ist eins dazugekommen, das in zweierlei Hinsicht auffällt. Erstens durch seine liebevolle Aufmachung, illustriert von der jungen Künstlerin Lisa von Radecke. Und zweitens durch den Umstand, dass die Lieder zwei- und  vierhändig auf dem Klavier gespielt werden können. Die in Stuttgart unterrichtende Pianistin Shiau-Nan Pan hat acht der bekanntesten Weihnachtslieder so gesetzt, dass sie Anfängern gut in der Hand liegen und sogar vom Blatt zu  spielen sind. ‘O du fröhliche!’ weiterlesen


✷   ✷   ✷

CD-Tipp: Munich Opera Horns

Das Verdi-und-Wagner-Jahr neigt sich seinem Ende zu, gerade noch rechtzeitig kommt eine CD auf den Markt, auf die manche schon seit Pfingsten gewartet haben: die Hornisten des Bayerischen Staatsorchesters haben ihre „Fan Faire“ vorgelegt.  Passend zum Doppeljubiläum erklingen eine Lohengrin-Fantasie und  eine Aida-Bearbeitung. Große Oper in kleiner Besetzung, klanglich ausgetüftelt bis ins Detail. Grandios. ‘CD-Tipp: Munich Opera Horns’ weiterlesen


✷   ✷   ✷

CD-Tipp: Yojo, die Zweite

TYXart_13028_CD_Cover_copyrightNa, dieser junge Mann traut sich was: Im langsamen Satz von Beethovens Pathétique, an der elegischen as-Moll-Stelle, gibt er unvermittelt Gas, verdoppelt mal eben das Tempo – und verblüfft den Zuhörer mit der Erkenntnis, dass das absolut in Ordnung geht. Ein schneller Mittelteil im Adagio cantabile  -  ja warum eigentlich nicht? Mozart hat das in seinem d-Moll-Klavierkonzert ausdrücklich vorgeschrieben. Und bei der vorliegenden Beethoven-Einspielung zeigt es sich, dass dieser völlig unvorschriftsmäßige Umgang mit dem Urtext funktioniert. Es muss halt nur der Richtige am Flügel sitzen

Der 17-jährige Yojo, mit bürgerlichem Nachnamen Christen, ist es, der mit jugendlich leichtem Sinn die op. 13 gegen den Strich bürstet. ‘CD-Tipp: Yojo, die Zweite’ weiterlesen


✷   ✷   ✷

Der Frisurpate zum Kennenlernen – Ein Auswahlband “Prinz Eisenherz”

PrinceValiantCovAuch wenn jemand nicht viel von Comics weiß, sich unter dem Namen Prinz Eisenherz nichts vorstellen kann, noch nie den Ausdruck Prinz-Eisenherz-Frisur gehört hat – so wird diese Ausgeburt des Schlunds der Großen Ahnungslosigkeit beim Blick auf eine beliebige Seite aus Hal Fosters „Prinz Eisenherz“ eines richtig erkennen: „Aha, was Altes!“ ‘Der Frisurpate zum Kennenlernen – Ein Auswahlband “Prinz Eisenherz”’ weiterlesen


✷   ✷   ✷

CD-Tipp: Mendelssohns Violinsonaten

reinerWir sehen (auf dem Cover): zwei nicht übermäßig froh gestimmte Herren, der ältere hält eine Geige unter dem Arm, der jüngere steht mit leeren Händen da. Wir hören: Kammermusik, wie man sie sich  delikater, musikantischer, farbiger kaum wünschen kann. Andreas Reiner, einst Primarius des Rosamunde-Quartetts, und sein Begleiter Desar Sulejmani haben drei nur wenig bekannte Werke der romantischen Literatur eingespielt: die Violinsonaten von Felix Mendelssohn-Bartholdy. Und damit einen unbedingt  hörenswerten Beitrag geleistet zur Mendelssohn-Rezeption, die vielen, auch  großen Bemühungen zum Trotz  noch  immer unter dem Gift antisemitischer Vorurteile leidet. ‘CD-Tipp: Mendelssohns Violinsonaten’ weiterlesen


✷   ✷   ✷

Konzert (2), Sicht- und Hörweisen, Perspektiven

Wenn in einem Popkonzert der Mann am Mixer die Einstellungen am Equalizer so wählt, dass Nylonsaiten „knattern“, dann tun sie das ganz einfach, völlig unabhängig davon, ob es der vermeintlich beste Gitarrist der Welt ist, der da spielt. Wenn dieser Gitarrist beispielsweise mit seinem Mienenspiel arg dick aufträgt und nach Meinung des Hörers seine Emotionen möglichst kitschig übertrieben spielt, indem er allzu emphatisch auf die Tränendrüse drückt, dann ist zu vermuten, dass er damit etwas anderes ausgleichen will. Vielleicht. Vielleicht will er ja auch nur eine hörbare durch die sichtbare Wirkung verstärken. Und vielleicht ist so etwas nur eitel. Den Blick dafür entwickeln zu wollen, kann nicht ganz falsch sein. So etwas zur Sprache zur bringen, auch nicht. Das übertrieben „klare“ Posing jedenfalls ist heutzutage Inhalt jeder Ausbildung zum Rockmusiker, wie ihn beispielsweise die Popakademien massenhaft produzieren. Showgeschäft bedeutet: Zeigen, spielen, eine Vorstellung geben und abziehen, unabhängig davon, was der Künstler im Augenblick empfindet. Die gestanzten Posen. Genau das wäre ja Ausdruck von Professionalität. Nun ja, Hauptsache alles gegeben. Oder wenigstens den Eindruck im Publikum hinterlassen…. Posing richtet sich natürlich, – ganz besonders bei den Altrockern! – auch danach, welche Rolle solch ein Künstler über all die Jahre hinweg gegeben hat. In überdeutlicher Form gibt er diese Rolle nun meist seinem zahlungskräftig erfreuten Publikum. ‘Konzert (2), Sicht- und Hörweisen, Perspektiven’ weiterlesen


✷   ✷   ✷

Alles nette Kerle eigentlich – Wolfgang Staudtes “Der Maulkorb”

maulkorbcovFilme sind nicht nur ein Gegenstand der Vernunft, der rationalen Durchleuchtung. Wir bringen ihnen Gefühle entgegen. Wolfgang Staudtes „Der Maulkorb“ von 1958, den ich zuletzt als Kind im Fernsehen gesehen hatte, habe ich mit Hoffnung in den DVD-Spieler geschoben. Um nicht zu sagen, mit dem festen Vorsatz, ihn zu mögen.

Wolfgang Staudte ist ein Held des deutschen Nachkriegskinos, einer, der sich nicht gleich auf Ablenkungs- und Verdrängungs-Trallala stürzte, sondern untersuchen wollte, was eigentlich los ist und war in einem Land, das zwei Weltkriege in Folge ausgelöst und eine industrielle Menschenvernichtung ins Werk gesetzt hatte. Irgendwann musste der Regisseur von „Der Untertan“ vor dem realen Markt kapitulieren. Aber er hat sich dann noch einmal zu großem Trotz aufgerappelt: „Rosen für den Staatsanwalt“ von 1959 gilt gemeinhin als Wiederauftritt des kritisch-bissigen Staudte. Aber stand der nicht vielleicht ein wenig früher wieder im Ring? ‘Alles nette Kerle eigentlich – Wolfgang Staudtes “Der Maulkorb”’ weiterlesen


✷   ✷   ✷

Das Fragezeichen als Wappen – Errol Flynns Autobiografie

flynnbiocovSchwer zu sagen, was Leser dunnemals in einer Autobiografie Errol Flynns zu finden hofften – oder fürchteten. Einerseits war Flynn in seinen besten Fecht-, Hecht- und Sprungzeiten, den 30ern und 40ern, der Inbegriff des echten Kerls aus dem Stoff der Träume gewesen: rebellischer Champion der Gerechtigkeit im Wald von Sherwood, säbelschwingender Herr der Sieben Meere, furchtlos-smarter Bändiger des Wilden Westens. Andererseits hatte er einen langen Absturz ins Schmierige hinter sich, als er 1958 seinem Ghostwriter Earl Conrad (die beiden verachteten einander nach kurzer Zeit, auch so ein Problemfeld) „My Wicked, Wicked Ways“ diktierte. Flynn war als besinnungsloser Säufer, übler Pöbler, lächerlicher Raufbold und selbstkontrollfreier Hurenbock eine jederzeit in aktuelle Stofflücken der Klatschspalten pressbare Skandalnudel geworden.   ‘Das Fragezeichen als Wappen – Errol Flynns Autobiografie’ weiterlesen


✷   ✷   ✷

Romeo und Julia in der Gefechtsfeldvariante – Die Comicreihe “Saga”

SagacovsmEs herrscht Krieg in der Galaxis. „Wie eigentlich immer“, kommentiert die Erzählerin des Comics „Saga“ trocken. Und noch etwas ist uns vertraut: Liebe über die Frontlinie hinweg.  Die Erzählerin berichtet aus den Tagen ihrer Geburt, ihre Eltern sind die Handlungsträger. Mutter Alana und Vater Marko standen sich in verfeindeten Armeen in einer die ganze Galaxis umspannenden Auseinandersetzung gegenüber. Nun sind sie gemeinsam fahnenflüchtig:  Romeo und Julia in der Gefechtsfeldvariante.

Im galaktischen Krieg kommen Schwerter, Strahlenwaffen und Magie nebeneinander zum Einsatz.  Dass hier nicht pure Science Fiction, sondern Hightech-Fantasy geboten wird, kann man auch am Äußeren der Kontrahenten festmachen. Die Wesen vom Planeten Landfall besitzen Flügel und wirken auch sonst ein klein wenig elfenhaft,  ihre Gegner vom Mond Ranke tragen Satyrzüge, nämlich Widderhörner und die dazu passenden Schafsohren. ‘Romeo und Julia in der Gefechtsfeldvariante – Die Comicreihe “Saga”’ weiterlesen


✷   ✷   ✷

Angstschweiß in der Wüste – J. Lee Thompsons “Ice Cold in Alex”

Ice-Cold-in-Alex-Blu-rayKaum stand in den 50ern und 60ern irgendwo eine Kamera, ging auch schon der Zweite Weltkrieg weiter, möchte man manchmal denken. Ja, nicht nur im Krieg, als direktes Propaganda- und Moralstärkungsinstrument, sondern auch danach hat das Kino sich an die Front begeben. Und was kam dabei heraus? Diese Frage beantworten wir heute meist typologisch: wir fassen den russischen, den britischen, den amerikanischen, den französischen, den deutschen WK-II-Film nach bestimmten erzählerischen und ideologischen Mustern zusammen. Das schafft Überblick, das belegt Thesen, aber, das sollte man nicht vergessen – es wird vielen Filmen nicht gerecht. „Ice Cold in Alex“ von Regisseur J. Lee Thompson, eine britische Produktion von 1958, gehört zu den vielen Kriegsfilmen, die sich nicht problemlos in ein Schema pressen lassen. ‘Angstschweiß in der Wüste – J. Lee Thompsons “Ice Cold in Alex”’ weiterlesen


✷   ✷   ✷