Alles hat seine Stunde (steht schon im Buch Kohelet). Das gilt auch für den Tatort Münster.
Aber vielleicht sind die Macher auch bloß zu lange neben dem grund- und sinnlos offenen Bienenstock gestanden.

Alles hat seine Stunde (steht schon im Buch Kohelet). Das gilt auch für den Tatort Münster.
Aber vielleicht sind die Macher auch bloß zu lange neben dem grund- und sinnlos offenen Bienenstock gestanden.
Wohl habe ich zuletzt „Electric“, das neue Album von Richard Thompson, 1000 mal gehört. Und immer wieder lege ich es auf. Es kommt mir vor, – und ich schäme mich nicht, dies zuzugeben – wie ein Wunder. Wieso komme ich aus dieser CD nicht heraus? Wieso eigentlich muss ich sie immer wieder auflegen, ich hartgesottener Knochen? Wieso offenbart dies Album mir immer neue Details? Wieso kommen mir bei manchen Stellen geradezu die Tränen? Was zieht mich da so magisch an? ‘Richard Thompson, Songpoet und Gitarrist extraordinaire’ weiterlesen
Nichts an den bösen Scherzen, die Seth MacFarlane sich bei der Oscar-Gala erlaubt hat, ist grundsätzlich verwerflich. Nur Zeit und Ort stimmten nicht. So gallig kann man nicht als Oscar-Moderator agieren. ‘Wrong time, wrong place – Seth MacFarlanes Oscar-Auftritt’ weiterlesen
Was für ein Finale: nicht weniger als rekordverdächtige 717 Takte braucht Franz Schubert für den letzten Satz seiner c-Moll-Klaviersonate (D 958), eine rasende Tour de force, einmal quer durch den Quintenzirkel. Und auch wenn es in der gängigen Literatur kaum einen ähnlich lang ausgeschrieben Satz geben dürfte – langatmig ist dieses neunminütige Allegro keine Sekunde lang. Zumindest nicht in der Interpretation von Filippo Faes, der mit seinem virilen Zugriff das Geschehen unerbittlich nach vorne zwingt. Grandios. ‘CD-Tipp: Schubert mit Filippo Faes’ weiterlesen
Über die naive Art, wie in der Pop- und Rockmusik Live-Konzert und Studioarbeit gleichgesetzt wurden, waren wir so manchmal entsetzt. Feiert ein Konzert eigentlich das „Lebenswerk“, die kreative Leistung des Augenblicks oder die pure Anwesenheit eines Stars, einer scheinbaren Lichtgestalt? Mitgehende Massen, vielkehliger Gesang von anbiedernden und im Gedächtnis auch mit den Mechanismen des Radios in den Gehirnen verankerter Songs: ist so etwas ein Qualitätsausweis? „Und jetzt alle!…., is everybody in the house tonight?“. Das Mitgehen? Das Dabeisein? Von wem? Wieso eigentlich? Das Bemühen um Ausdruck und seine Kommunikation. Wir sollten diese Dinge vielleicht auseinander halten: Studio- und Livemusik sind immer noch grundverschiedene Dinge mit ihren jeweiligen Gesetzmäßigkeiten, – so haben wir immer wieder gedacht. ‘Studio und Konzert (1)’ weiterlesen
Katzen haben neun Leben, Katzenfrauen noch ein paar mehr. Die Meisterdiebin Catwoman, bereits 1940 erfunden, war zwar nie so populär wie Batman, in dessen Revier Gotham City sie ihre nächtlichen Streifzüge unternimmt. Aber auch wenn es einige Male so schien, als wisse der Verlag DC mit der Figur gar nichts mehr anzufangen, Catwoman kam stets wieder. ‘Zeit, legal zu werden: die Catwoman des Jahres 2001′ weiterlesen
Erst vor wenigen Wochen hat sie uns mit einer Brahms-CD bezaubert, jetzt ist sie live in Stuttgart zu hören: Am Freitag, 18. Januar, 20 Uhr, spielt die Pianistin Anna Zassimova im Freien Musikzentrum. Auf dem Programm stehen Werke von Chopin, Brahms, Schumann und Debussy. Und von Georges Catoire, über dessen Leben und Werk die Musikerin 2010 promoviert hat.
Na, wenn das an diesem trüben Wochenbeginn keine schönen Aussichten sind!
Gerry Anderson ist gestorben. Der Name sagt Ihnen nichts? Dann sind Sie garantiert nicht in Großbritannien aufgewachsen. ‘Mehr Zukunft muss her: Gerry Anderson’ weiterlesen
Schwer zu sagen, was einen düsterer stimmt. Dieser Klasse-Tatort. Oder die Aussicht, dass wir auf Kommissarin Kunzendorf bald wieder verzichten müssen.
Florian Uhlig, das ist gewiss, schreibt mit seiner Gesamtaufnahme von Robert Schumanns Klavierwerken Interpretationsgeschichte – historisch, wissenschaftlich und musikalisch. Er ist der richtige Mann für dieses Mammutprojekt aus dem Hause Hänssler Classic. Er hat das technische Rüstzeug, den notwendigen Ernst und er trifft vor allem, ganz wichtig bei Schumann, den richtigen Ton. So innig wie er hat noch kaum einer die Papillons (Vol. 3, „Charakterstücke I“) hingezaubert, so traumverhangen entrückt klingt ein großer Steinway nur ganz selten.
Und nun also Vol. 4, „Schumann in Wien“. Mit Kompositionen, die ihm eigentlich genauso liegen müssten, zum Beispiel mit der Arabeske op. 18 und der Humoreske op. 20. Nur: dieses Mal mag sich, bei aller Verlässlichkeit und Genauigkeit, der Zauber nicht so recht einstellen. Nicht nur, dass der Flügel etwas weniger brillant intoniert ist als in Vol. 3. Uhlig öffnet sich weniger der Schumann’schen Poesie, als man das hätte erwarten mögen, er bleibt distanzierter, unverbindlicher. Das spielt sich zwar immer noch auf einem enormen Niveau ab, nimmt man aber etwa die Humoreske, so wird im direkten Vergleich mit Piotr Anderszewski (der übrigens am 19. Dezember in Stuttgart gastiert – hingehen!) deutlich, wie groß die Unterschiede zwischen einer sehr guten und einer phänomenalen Interpretation sein können.
Aber man kann nicht alles haben. Deshalb: auf ein Neues!
Neue Kommentare