CD-Tipp: das Münchner Horntrio mit Brahms

Um es knapp und nüchtern zu sagen: diese CD ist eine Sensation. Aber man kann es natürlich auch etwas ausführlicher formulieren: Werke von Johannes Brahms, György Ligeti und Charles Koechlin hat das Müncher Horntrio auf einer CD vereint und damit einen außergewöhnlich aufregenden Klangkosmos aufgebaut.  Zentrales Werk ist Brahms’ op. 40, zentraler Musiker dabei der Hornist Johannes Dengler, der dem Wunsch des Komponisten folgte und statt einem modernen Ventil- ein nachgebautes Naturhorn, Stand 1810, einsetzt. Mit geradezu bestürzenden Folgen: aus der konstruktiv auf Obertöne beschränkten Not seines Instruments macht Dengler per Lippenspannung und Stopftechnik eine chromatische Tugend, die einen auch nach vielmaligem Hören fassungslos staunen lässt.

Doch bei weitem nicht nur der Klang ist es, der diese CD so einzigartig macht. Dengler und seine Kollegen Markus Wolf (Violine) und Julian Riem (Klavier) haben einen so gradlinigen und doch hochromantischen Zugang zu ihrem Brahms, dass sie auch formal problematische Stücke wie den ganz ungewöhnlich angelegten ersten Satz Note für Note zum Leben erwecken. Dass drei so unterschiedliche Instrumente (Julian Riem spielt übrigens einen Bechstein von 1862, der allenfalls bei lauten Passagen in der dreigestrichenen Oktave etwas an seine Grenzen kommt) so perfekt harmonieren, hört man selten.

Bleibt Wolf von Anfang bis Ende bei seiner Stradivari, so setzen Dengler und Riem bei den beiden anderen Komponisten heutige Instrumente ein; der Pianist unterscheidet sogar noch einmal zwischen Steinway und Fazioli. Alles im Dienste des Klangs, der – sagten wir es schon? –sensationell ist. Und alles andere auch.

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