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	<title>Propellerinsel</title>
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		<title>Links und rechts des Rio Grande  &#8211; &#8220;Heiße Grenze&#8221; von Robert Parrish</title>
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		<pubDate>Thu, 16 May 2013 05:00:25 +0000</pubDate>
		<dc:creator>tkl</dc:creator>
				<category><![CDATA[Film]]></category>
		<category><![CDATA[Robert Mitchum]]></category>
		<category><![CDATA[Robert Parrish]]></category>
		<category><![CDATA[Tom Lea]]></category>
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		<description><![CDATA[Martin Brady ist ein amerikanischer Revolvermann in Diensten eines mexikanischen Großranchers und Politikers. Der Bruder des Ranchers, ein korrupter General, nennt Brady Auftragsmörder, assassin, und wahrscheinlich ist der Gringo tatsächlich nicht nur als Leibwächter tätig gewesen und als Begleitreiter für Schmuggelfrachten, die über den Rio Grande müssen. Aber wer von dem Western „Heiße Grenze“, im [...]]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://blogs.stuttgarter-zeitung.de/propellerinsel/wp-content/uploads/2013/05/heißegrenzecov.jpg"><img class="alignleft size-medium wp-image-6300" alt="heißegrenzecov" src="http://blogs.stuttgarter-zeitung.de/propellerinsel/wp-content/uploads/2013/05/heißegrenzecov-210x300.jpg" width="210" height="300" /></a>Martin Brady ist ein amerikanischer Revolvermann in Diensten eines mexikanischen Großranchers und Politikers. Der Bruder des Ranchers, ein korrupter General, nennt Brady Auftragsmörder, assassin, und wahrscheinlich ist der Gringo tatsächlich nicht nur als Leibwächter tätig gewesen und als Begleitreiter für Schmuggelfrachten, die über den Rio Grande müssen. Aber wer von dem Western „Heiße Grenze“, im Original sarkastisch „The Wonderful Country“ betitelt, eine kugelpfeifende Darstellung des Pistolero-Lebens erwartet, wird eine herbe Enttäuschung erleben. Ja, man kann diesen von <a href="http://www.imdb.com/name/nm0663577/" target="_blank">Robert Parrish</a> inszenierten Film als steifbeinige, ziellose und folgerichtig im Nichts verlaufende Sammlung schläfriger Gesichtsausdrücke des Hauptdarstellers <a href="http://en.wikipedia.org/wiki/Robert_Mitchum" target="_blank">Robert Mitchum</a> schmähen. Das wäre eine durchaus nachvollziehbare Negativbilanz.<span id="more-6296"></span></p>
<p>Aber man kann diese Verfilmung eines Romans <a href="http://en.wikipedia.org/wiki/Thomas_C._Lea,_III" target="_blank">von Tom Lea </a>(ein in Deutschland unbekannter Autor, weil man die Literatur des Südwestens von vornherein komplett ausblendet) auch als Kaleidoskop von Eindrücken zum Problem der Identität lesen. Gleich anfangs, als Brady mit Schmuggelfracht über die Grenzen kommt, sich ein Bein bricht und wochenlang auf US-Boden genesen muss, werden ganz westernuntypisch seine stinkenden Füße Thema. Es geht nicht nur um Körperhygiene, sondern darum, dass die Amis das provozierend Fremde an ihm riechen, das Mexikanische, das in ihren Augen Verwahrloste und Verkommene.</p>
<p>So sind denn auch die drängenden Angebote an Mitchums Figur, sich frisch zu machen, sich anders zu kleiden, als Versuche einer Heimholung zu werten, keiner kulturellen, sondern eher einer politischen. Man kann hier in Texas jeden weiteren Revolver und jeden Informanten gegen Mexiko gut gebrauchen. Brady aber sitzt mürrisch, fast versteift im Waschzuber und zögert, die ihm entgegengereckte Bürste nebst Seife auch nur anzurühren. Er weiß genau, dass es um eine Generalabsage an eine grundlegende Lebensentscheidung geht.</p>
<div id="attachment_6302" class="wp-caption aligncenter" style="width: 410px"><a href="http://blogs.stuttgarter-zeitung.de/propellerinsel/wp-content/uploads/2013/05/heißegrenzemitchum.jpg"><img class="size-full wp-image-6302" alt="Brady (Robert Mitchum) trägt hier eine neue Jacke aus den USA und seinen alten Sombrero aus Mexiko, kein Kompromiss, der lange funktionieren wird. " src="http://blogs.stuttgarter-zeitung.de/propellerinsel/wp-content/uploads/2013/05/heißegrenzemitchum.jpg" width="400" height="250" /></a><p class="wp-caption-text">Brady (Robert Mitchum) trägt hier eine neue Jacke aus den USA und seinen alten Sombrero aus Mexiko, kein Kompromiss, der lange funktionieren wird.</p></div>
<p>Brady wird tief gekränkt sein, als ihm klar wird, dass die Mexikaner auch in ihm immer bloß den Gringo gesehen haben. Die Illusion, ganz dazu zu gehören, hat er aber nie gehegt. Sein wichtigster Besitz, das einzige, an dem er wirklich hängt, ist sein schnelles Pferd. Er ist ein Wanderer zwischen den Welten, der links und rechts des Rio Grande beweglich bleiben muss. In einem Western der Symbole und Zeichen lernen wir Brady kennen, als er sich in den USA das Bein bricht. Später. drüben in Mexiko, wird sein Pferd Schwierigkeiten mit einem vereiterten Huf bekommen. Das Filmende wird der Rappe nicht mehr erleben.</p>
<p>Die Lockung der längst verlassenen USA wird von <a href="http://en.wikipedia.org/wiki/Julie_London" target="_blank">Julie London</a> verkörpert, die eine Offiziersfrau spielt. Zwischen ihr und Brady funkt es vom ersten Moment an heftig. Aber was Brady lockt, stößt ihn auch ab. Diese Frau wartet nur auf ihn, weil die Ehe nicht funktioniert: hinter der Fassade des sauberen, ordentlichen Amerika warten eben auch Lüge, Frustration und Intrige.</p>
<p>„The Wonderful Country“ stellt Brady aber auch noch vor eine andere, im Western gar nicht so selten anzutreffende Wahl, die zwischen Wehrhaftigkeit und Gewaltverzicht. Seine alten Auftraggeber in Mexiko und seinen potenziellen künftigen Herren in den USA wollen Brady als Mann des schnellen Colts. Die Frau, die sich als neue Geliebte anbietet, will, dass er die Waffe ablegt.</p>
<p>Mancher wird sich vielleichtwünschen, Parrish hätte die vielen Motive und Symbole flüssiger und eleganter arrangiert. Aber wer Mitchums somnambule Auftritte mag, der findet den Star hier in seinem Element: weltmüde Skepsis umgibt ihn wie ein allerdings zerbrechbarer Kokon. Mitchum kann uns von der Grundthese des Films überzeugen: dass alles, was diesem Mann zu tun möglich ist, immer nur das Falsche sein wird.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p>Robert Parrish<em>: <strong>Heiße Grenze</strong> (The Wonderful Country). Explosive Media DVD. 94 Minuten.  Bild: 1,66:1. Sprachen: Englisch, Deutsch, keine Untertitel. DD 2.0. Bonus: Vierseitiges Booklet, Trailer, Bildergalerie.</em></p>
<p>Alle Bilder in diesem Eintrag: Rechte bei Explosive Media.</p>
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		<title>Heiße Tänzchen in der Kirche &#8211; Arme-Leute-Musik 1963</title>
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		<pubDate>Wed, 08 May 2013 04:00:44 +0000</pubDate>
		<dc:creator>tkl</dc:creator>
				<category><![CDATA[Film]]></category>
		<category><![CDATA[Musik]]></category>
		<category><![CDATA[Arhoolie]]></category>
		<category><![CDATA[Blues]]></category>
		<category><![CDATA[Chris Strachwitz]]></category>
		<category><![CDATA[Dietrich Wawzyn]]></category>
		<category><![CDATA[Down Home Music]]></category>
		<category><![CDATA[Roots Music]]></category>

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		<description><![CDATA[Das Interessanteste am Reisen sind oft die Irr- und Umwege. Anfang der 60er Jahre reiste der deutsche Dokumentarfilmer Dietrich Wawzyn in die USA, um einen Film über Jazzmusiker zu drehen – nicht über die gerade aktive Avantgarde in den Großstadtclubs, sondern über ältere Musiker, über Leute, die etwas vom Beginn und den Jugendjahren dieser Musik [...]]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://blogs.stuttgarter-zeitung.de/propellerinsel/wp-content/uploads/2013/05/DownHomeMusiccov.jpg"><img class="alignleft size-thumbnail wp-image-6279" alt="DownHomeMusiccov" src="http://blogs.stuttgarter-zeitung.de/propellerinsel/wp-content/uploads/2013/05/DownHomeMusiccov-150x150.jpg" width="150" height="150" /></a>Das Interessanteste am Reisen sind oft die Irr- und Umwege. Anfang der 60er Jahre reiste der deutsche Dokumentarfilmer Dietrich Wawzyn in die USA, um einen Film über Jazzmusiker zu drehen – nicht über die gerade aktive Avantgarde in den Großstadtclubs, sondern über ältere Musiker, über Leute, die etwas vom Beginn und den Jugendjahren dieser Musik erzählen konnten. Weil er sich noch nicht auskannte, suchte der 1925 in Ostpreußen geborene Wawzyn einen Reiseführer, Kontaktbeschaffer und Helfer – und er fand ihn in dem drei Jahre jüngeren Chris Strachwitz, der ursprünglich aus Schlesien stammte und seit 1947 in den USA lebte.<span id="more-6274"></span></p>
<p>Strachwitz betrieb damals bereits das Arhoolie-Label, das heute zu den wichtigsten Institutionen der Down-Home- respektive Roots-Musik gezählt wird. Es gab eine Schnittmenge mit den Interessen von Wawzyn. Aber dem Filmemacher war wohl nicht ganz klar, dass die wahre Neugier und Liebe von Strachwitz damals schon auf anderes als Trad-Jazz gerichtet war. Und Strachwitz kalkulierte, aus Dreistheit oder Menschenkenntnis, dass dieser Deustche mit der Kamera, wenn man ihn auf der Suche nach einer bestimmten Musik an vielen anderen Musiken vorbeiführen würde, gewiss auch für die entflammen würde.</p>
<p>Und so kam es denn, dass Wawzyn  jede Menge Arme-Leute-Musik kennenlernte,  betagte schwarze Straßenmusiker, in Clubs aktive jüngere Elektroblueser, Hillbilly-Bands, Navajo-Sänger und die höchst lebendige Tradition schwarzer und weißer Erweckungskirchenmusik. Drei Filme fürs öffentlich-rechtliche Fernsehen hat Wawzyn aus seinem Reisematerial gefertigt. In der ein oder anderen Form ist das Material noch greifbar &#8211; mancher Clip auf YouTube, dieser gigantischen Jukebox auch des Absonderlichen, ist von DVDs mit Material der Wawzyn-Strachwitz-Reise gemopst.</p>
<p><a href="http://blogs.stuttgarter-zeitung.de/propellerinsel/wp-content/uploads/2013/05/Wawzynjazzcov.gif"><img class="alignleft size-thumbnail wp-image-6282" alt="Wawzynjazzcov" src="http://blogs.stuttgarter-zeitung.de/propellerinsel/wp-content/uploads/2013/05/Wawzynjazzcov-150x150.gif" width="150" height="150" /></a>Solche DVDs gibt es meines Wissens zwei. Eine, „Down Home Music – A Journey Through the Heartland 1963“, ist bei Strachwitz‘ Arhoolie Foundation erschienen und folgt während ihrer 75 Minuten der damaligen Reiseroute. Eine andere, deutsche Ausgabe bei Baukau Media, &#8220;Dietrich Wawzyn – His Story of Jazz&#8221;, bringt auch eine Audio-CD mit und bringt die drei jeweils 24 Minuten langen Originalbeiträge, die damals über den WDR liefen, sowie einen vierten mit Material von einer Afrika-Reise Wawzyns 1964.</p>
<p>Jesse Fuller, Black Ace, Mace Lipscomb  und Lightnin‘ Hopkins sind zu sehen und zu hören, Lowell Fulson und Hop Wilson, Rev. Louis Overstreet nebst Söhnen sowie Blind James Campbells Nashville Street Band –um nur einige zu nennen. Die intensivsten Bilder allerdings stammen aus dem Inneren von Kirchen und Kneipen, wobei das ekstatische Tanzen in den Gotteshäusern noch um einiges fiebriger wirkt als das Jiven in den Clubs. Von wegen, Musik des Teufels und so …</p>
<p>Allen, die mit den gerade genannten Namen noch nichts anfangen können, will ich die Musik jetzt nicht im Einzelnen beschreiben. Weil ich da einfach die Generalempfehlung abgeben möchte: anschauen, hinhören, staunen, freuen, über Muttererde der Popmusik.</p>
<p><a href="http://blogs.stuttgarter-zeitung.de/propellerinsel/wp-content/uploads/2013/05/BlindJCampbell.jpg"><img class="alignleft size-thumbnail wp-image-6284" alt="BlindJCampbell" src="http://blogs.stuttgarter-zeitung.de/propellerinsel/wp-content/uploads/2013/05/BlindJCampbell-150x150.jpg" width="150" height="150" /></a>Allen, die obige Namen vielleicht sogar darum kennen, weil sie die jeweiligen Arhoolie-LPS oder -CDs besitzen, kann ich das Anschauen erst recht empfehlen. Egal, was man z.B. über Musiker wie James Campbell liest, egal, wie oft man die schräge Kapelle schon gehört hat, die Filmbilder vermitteln noch mal einen ganz anderen Eindruck. Das Randständigere wird deutlicher, die soziale Deklassierung, das fast Stadtpennerhafte dieser mit einem Bein im Nichts und mit dem anderen in einer fernen Zeit Stehenden. Die Kamera hält fest, was der bürgerliche Passant von damals ausblenden wollte &#8211; aber darin liegt kein falscher Triumph. Mehr Respekt zu Lebzeiten, das wird einem bei diesen Aufnahmen deutlich, wäre etwas gewesen, das sich mit einem Plätzchen in einer winzigen Nische des Kulturgedächtnisses nicht so einfach gegenrechnen lässt.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p>Down Home Music. <a href="http://www.arhoolie.org/projects-down-home-music.html" target="_blank">Arhoolie.</a> Mit Audiokommentar von Chris Strachwitz.<br />
Dietrich Wawzyn – His Story of Jazz. <a href="http://www.baukau-media.de/" target="_blank">Baukau Media.</a> Mit Audiokommentar von Dietrich Wawzyn. Enthält eine Audio-CD.</p>
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		<title>CD-Tipp: das Violinkonzert von Ermanno Wolf-Ferrari</title>
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		<pubDate>Thu, 02 May 2013 11:39:04 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Hans Joerg Wangner</dc:creator>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
		<category><![CDATA[Musik]]></category>
		<category><![CDATA[Benjamin Schmid]]></category>
		<category><![CDATA[cd-tipp]]></category>
		<category><![CDATA[Ermanno Wolf-Ferrari]]></category>
		<category><![CDATA[Friedrich Haider]]></category>
		<category><![CDATA[Guila Bustabo]]></category>
		<category><![CDATA[Oviedo Filarmonía]]></category>

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		<description><![CDATA[Es ist eine tröstliche Erkenntnis: Manchmal gibt es so etwas wie Gerechtigkeit im Leben. Auch wenn sie so spät kommt wie in der Geschichte von der unglaublichen Liebe zwischen Ermanno Wolf-Ferrari und Guila Bustabo. Er, der spätromantische Meister, hat für sie, die vierzig Jahre jüngere, heute längst vergessene Stargeigerin, ein Violinkonzert geschrieben, das zu den [...]]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<p>Es ist eine tröstliche Erkenntnis: Manchmal gibt es so etwas wie Gerechtigkeit im Leben. Auch wenn sie so spät kommt wie in der Geschichte von der unglaublichen Liebe zwischen Ermanno Wolf-Ferrari und Guila Bustabo. Er, der spätromantische Meister, hat für sie, die vierzig Jahre jüngere, heute längst vergessene Stargeigerin, <a href="http://www.farao-classics.de/deutsch/katalog/ermanno_wolf-ferrari.html">ein Violinkonzert geschrieben, das zu den schönsten seiner Gattung gehört</a>. Diese Erkenntnis verdanken wir dem Dirigenten Friedrich Haider, der das Werk wieder entdeckt und mit der spanischen Oviedo Filarmonía und dem Solisten Benjamin Schmid eingespielt hat.<span id="more-6266"></span></p>
<div>Wolf-Ferraris op. 26 in D-Dur ist in vielerlei Hinsicht ein außergewöhnliches Werk. Geschrieben von einem Komponisten, der offenbar die Nazis ablehnte, unter ihnen aber schaffen durfte. Uraufgeführt am 7. Januar 1944 in der „Hauptstadt der Bewegung“ München (so der Programmzettel) von einer politisch unfassbar naiven jungen Amerikanerin. Gehalten in einer Diktion, als hätten die Neutöner um Schönberg nicht ein halbes Menschenleben früher ganz andere Wege eingeschlagen.</div>
<div>Den Dirigenten Friedrich Haider kümmert der Vorwurf des Anachronismus nicht. Er konzentriert sich auf den reinen, überreichen Wohlklang, ohne je ins Süß­liche oder gar ins Kitschige abzugleiten. Und Benjamin Schmid ist genau der richtige Partner. Seine blendende Technik und sein großer, warmer Ton sind wie geschaffen für diese 36 Minuten dauernde Liebeserklärung. Bildhaft dokumentiert wird die kurze Beziehung der beiden ungleichen Halbitaliener übrigens auf dem Cover der ausgesprochen liebevoll gestalteten Box, die auch eine DVD zum Thema enthält.</div>
<div>Und um noch einmal auf die Gerechtigkeit zurückzukommen: die CD hat jüngst den Preis der Deutschen Schallplatten­kritik bekommen – wenn das nicht ein gutes Omen für Haiders Wolf-Ferrari-Edition ist, in deren Zuge gleich mehrere Ersteinspielungen auf den Markt kommen sollen.</div>
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		<title>Hand in Hand vorm Mähdrescher fliehen &#8211; Michael Ritchies &#8220;Prime Cut&#8221;</title>
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		<pubDate>Thu, 25 Apr 2013 05:00:35 +0000</pubDate>
		<dc:creator>tkl</dc:creator>
				<category><![CDATA[Film]]></category>
		<category><![CDATA[Gene Hackman]]></category>
		<category><![CDATA[Lee Marvin]]></category>
		<category><![CDATA[Michael Ritchie]]></category>
		<category><![CDATA[New Hollywood]]></category>
		<category><![CDATA[Sissy Spacek]]></category>

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		<description><![CDATA[Lee Marvin und Gene Hackman zusammen in einem Gangsterfilm? Auch noch in einem vergessenen Stück des New Hollywood der frühen Siebziger? Das muss eine der schönsten Wiederentdeckungen des Heimkinojahres werden, oder? Ja, „Prime Cut“, der früher in Deutschland „The Professionals“ hieß, löst Vorfreude aus. Und entpuppt sich als Enttäuschung. Weder das Skript von Robert Dillon [...]]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://blogs.stuttgarter-zeitung.de/propellerinsel/wp-content/uploads/2013/04/primecutcov.jpg"><img class="alignleft  wp-image-6236" alt="primecutcov" src="http://blogs.stuttgarter-zeitung.de/propellerinsel/wp-content/uploads/2013/04/primecutcov-204x300.jpg" width="163" height="240" /></a></p>
<p>Lee Marvin und Gene Hackman zusammen in einem Gangsterfilm? Auch noch in einem vergessenen Stück des New Hollywood der frühen Siebziger? Das muss eine der schönsten Wiederentdeckungen des Heimkinojahres werden, oder? Ja, „Prime Cut“, der früher in Deutschland „The Professionals“ hieß, löst Vorfreude aus. Und entpuppt sich als Enttäuschung.<span id="more-6235"></span><!--more--></p>
<p>Weder das Skript von <a href="http://www.imdb.com/name/nm0226889/?ref_=tt_ov_wr" target="_blank">Robert Dillon</a> („French Connection II“) noch die Regie von <a href="http://www.imdb.com/name/nm0006916/?ref_=tt_ov_dr" target="_blank">Michael Ritchie</a> („The Candidate“) scheinen sich auf Figuren, Plot und Milieus einlassen zu wollen. <a href="http://www.leemarvin.com/" target="_blank">Marvin</a> spielt Nick Devlin, einen harten Freelancer aus der Unterwelt Chicagos, der von der Mafia nach Kansas geschickt wird, um einen Mary Ann genannten Kerl auf Linie zu bringen. Mary Ann (<a href="http://www.angelfire.com/celeb2/genehackman/" target="_blank">Hackman</a>) betreibt eine Großfleischerei und einen Mädchenhandel, zahlt seine Abgaben nicht mehr und schickt die Boten des Mobs buchstäblich als Würstchen zurück in die Windy City.</p>
<p>Ritchie und Dillon zeigen kurz und oberflächlich ein seltsam idealisiertes Chicago: Nicks Gangsterwelt steht hier für urbane Zivilisation. Kansas ist die tiefe, dumpfe Provinz, das kaputte Amerika,  und wird in der Hauptsache von Mary Anns Schlachthof und Stallungen repräsentiert. Aber auch eine ganz miese Absteige, wo Gescheiterte ein Bett für die Nacht oder für noch weniger Geld einen Stuhl mieten können, spielt eine Rolle.</p>
<p>„Prime Cut“  ist schon nicht mehr das ambitioniertere New Hollywood mit seinen Bildern eines unheilen Hinterlands, ist ehr Schock- und Übertreibungskino a la „Texas Chainsaw Massacre“. Ja, auch „Prime Cut“ muss man vorm Hintergrund der langen Auseinandersetzung um Bürgerrechte, neue Lebensformen und den Vietnamkrieg sehen: ein fortschrittliches  und ein debil reaktionäres Amerika stehen einander gegenüber.  Die Form des Gangster-gegen-Gangster-Films für diese Kontrastierung zu wählen, ist schon  sehr verwegen.</p>
<p>So wäre es schon lächerlich genug, dass gegen Nick und dessen Helfer, die in Straßenanzügen durchs Maisfeld schleichen, Heerscharen melkeimerköpfiger Landtölpel in Latzhosen und mit Schrotflinten antreten. Aber Lee Marvin muss filmanfangs auch noch weiße Lederslipper tragen, um sein Raffinement zu unterstreichen. Ritchies Zeichensprache hat  viele peinliche Momente.</p>
<p>Gene Hackman als Mary Ann blufft sich durch. Das falsch herzliche Patentdrecksacklachen wird von keinerlei Charakterisierung unterfüttert, seine Figur ist schlicht ein zynischer Rohling und am schärfsten dadurch profiliert, dass sie bürgerlichere Klamotten trägt und lauter redet als ihr verblödetes, Menschen durch die Wurstmaschine drehendes Brüderlein.</p>
<p>„Prime Cut“ will ein starkes Bild für die Verworfenheit, Dekadenz und Steinzeitlichkeit des konservativen Amerika einbrennen:  nackte Frauen in Viehpferchen. Diesen Nachschub für Bordelle auktioniert Mary Ann wie sonst Schlachtvieh. In einem eigenen Waisenhaus wird dafür gesorgt, dass die heranwachsenden Mädels vor ihrem Verkauf nicht sehr viel mehr von der Welt erfahren als das Vieh im Stall.</p>
<p>&nbsp;</p>
<dl class="wp-caption aligncenter" id="attachment_6248" style="width: 568px; display: inline !important;">
<dt class="wp-caption-dt" style="display: inline !important;"><a href="http://blogs.stuttgarter-zeitung.de/propellerinsel/wp-content/uploads/2013/04/Primecutmarket.jpg"><img class=" wp-image-6248 " alt="Gene Hackman, Lee Marvin und der Frauenmarkt - das summiert sich gewiss nicht zum feministischen Krimi." src="http://blogs.stuttgarter-zeitung.de/propellerinsel/wp-content/uploads/2013/04/Primecutmarket.jpg" width="558" height="225" /></a></dt>
</dl>
<dl class="wp-caption aligncenter" id="attachment_6248" style="width: 568px;">
<dd class="wp-caption-dd">Gene Hackman, Lee Marvin und der Frauenmarkt &#8211; das summiert sich gewiss nicht zum feministischen Krimi.</dd>
</dl>
<p> <em id="__mceDel" style="font-size: 13px; line-height: 19px;"></em><br />
Anders in Szene gesetzt, würde das vielleicht tatsächlich ein starkes Bild. In Ritchies Variante wirkt es allenfalls exploitation-schmierig, wie vieles andere hier. Lee Marvin als Nick ekelt die Auktion sichtlich an. Er befreit dann aber erst mal nur ein Mädchen, Poppy (Sissy Spacek mit Studio-Gimli-Lächeln als Kansas-Heidi-Nackedei),  aus den grausigen Verhältnissen, woraufhin der Film die dankbare Junge und den coolen Alten zum Pärchen macht. Marvin kauft ihr Klamotten und bringt sie in seinem Hotelzimmer runter, sie ist deswegen hin und weg: Vorm Hintergrund des liberalen New Hollywood gesehen, ist das eine reichlich plumpe Symbolsprache für den Glauben der jungen Filmrebellen, dieses Amerika, dessen konservative Väter sie hassen, werde ihnen in Form junger weiblicher Groupies zu Füßen liegen.</p>
<p>Im Gedächtnis geblieben scheint dieser Film ein paar alten Fans vor allem durch eine Szene, in der ein Rasenmäher Spacek und Marvin übers Feld jagt. Aber auch die ist mustergültig läppisch inszeniert: Weil Spaceks Poppy so unselbstständig ist, muss Nick sie auch beim gehetzten Rennen immer am Händchen halten. Und damit niemand den Überblick verliert, laufen sie in möglichst gerader Linie vor dem Mähwerk her. Hakenschlagen wäre unfair. Prime Cuts, das sind die feinsten Fleischstücke, die der Metzger liefern kann. Ritchies Film ist ein Formfleischschnitzel, das vergeblich wie ein Steak auszusehen versucht.</p>
<p>Michael Ritchie<em>: <strong>Prime Cut</strong>. Explosive Media DVD. 85 Minuten. Bildformat: 2,35:1. Ton: Deutsch, Englisch  2.0 DD.  Bonus: Trailer, Bildergalerie.</em></p>
<p>Alle Bilder in diesem Eintrag: Rechte bei Explosive Media.</p>
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		</item>
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		<title>CD-Tipp: Haydn-Sinfonien mit Thomas Fey</title>
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		<pubDate>Wed, 17 Apr 2013 11:17:40 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Hans Joerg Wangner</dc:creator>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
		<category><![CDATA[Musik]]></category>
		<category><![CDATA[cd-tipp]]></category>
		<category><![CDATA[Haydn]]></category>
		<category><![CDATA[Sinfonien]]></category>
		<category><![CDATA[Thomas Fey]]></category>

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		<description><![CDATA[Man sollte häufiger Haydn hören.  Zum Beispiel Vol. 19 der Sinfonien, die Thomas Fey mit den Heidelberger Sinfonikern alle einspielt. Die Produktion ist eine durch und durch kluge Angelegenheit. Nicht nur die Interpretation, auch die begleitenden Texte im Booklet zeigen: Joseph Haydn, das ist Musik für   Erwachsene, frei nach Johann  Jakob Winkelmanns Formel von der edlen [...]]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<p>Man sollte häufiger Haydn hören.  Zum Beispiel<a href="http://www.haenssler-classic.de/detailansicht/titel/symphonies-nos-26-lamentatione-27-42/180143/180143/180143.html"> Vol. 19 der Sinfonien, die Thomas Fey mit den Heidelberger Sinfonikern </a>alle einspielt. Die Produktion ist eine durch und durch kluge Angelegenheit. Nicht nur die Interpretation, auch die begleitenden Texte im Booklet zeigen: Joseph Haydn, das ist Musik für   Erwachsene, frei nach Johann  Jakob Winkelmanns Formel von der edlen Einfalt und  stillen Größe.</p>
<p>Es gibt nur wenige Komponisten, die formale Sicherheit so mit Witz verbinden wie Haydn – wobei das Wort Witz durchaus auch  in seiner alten Bedeutung im Sinne von Intelligenz verstanden werden kann. Nur sollten seine sorgfältig austarierten Kompositionen genauso sorgfältig aufgeführt werden. Doch da sind die Sinfonien 26, 27 und 42 in den besten Händen. Thomas Fey führt seine Musiker mit dem freudigen Respekt, den diese Musik zum Erblühen braucht. In jeder Hinsicht: ein klassisches Meisterwerk. Und zum Glück gibt es noch  mehr davon.</p>
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		<title>Harte Kerle, neue Zeiten &#8211; Pierre Granier-Deferres &#8220;Ganoven rechnen ab!&#8221;</title>
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		<pubDate>Sun, 14 Apr 2013 20:15:51 +0000</pubDate>
		<dc:creator>tkl</dc:creator>
				<category><![CDATA[Film]]></category>
		<category><![CDATA[Charles Aznavour]]></category>
		<category><![CDATA[Lino Ventura]]></category>
		<category><![CDATA[Michel Audiard]]></category>
		<category><![CDATA[Pierre Granier-Deferre]]></category>

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		<description><![CDATA[Guckt dieser Kerl mit dem Rest eines bauernschlauen Feixens im Gesicht nur in den Taschenspiegel, um seine Locken zu kontrollieren?  Nein, er scheint zu überprüfen, ob ihn jemand beschattet. Und dieser andere Kerl im schwarzen Mantel,  der irgendwo in Paris am Straßenrand steht, wartet der einfach auf jemanden? Nein, er scheint den Verkehr, vor allem [...]]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://blogs.stuttgarter-zeitung.de/propellerinsel/wp-content/uploads/2013/04/ganoven-rechnen-ab-cov.jpg"><img class="alignleft size-full wp-image-6206" alt="ganoven-rechnen-ab-cov" src="http://blogs.stuttgarter-zeitung.de/propellerinsel/wp-content/uploads/2013/04/ganoven-rechnen-ab-cov.jpg" width="211" height="300" /></a>Guckt dieser Kerl mit dem Rest eines bauernschlauen Feixens im Gesicht nur in den Taschenspiegel, um seine Locken zu kontrollieren?  Nein, er scheint zu überprüfen, ob ihn jemand beschattet. Und dieser andere Kerl im schwarzen Mantel,  der irgendwo in Paris am Straßenrand steht, wartet der einfach auf jemanden? Nein, er scheint den Verkehr, vor allem den  Lieferverkehr auszuspähen. Und der dritte, dürre, latent nervöse Typ, dem er gerade ein Zeichen gegeben hat, warum folgt der einem Lieferanten  ins Gebäude und bis an den Aufzug?<span id="more-6203"></span></p>
<p>„Ganoven rechnen ab!“, ein französischer Schwarzweißkrimi aus dem Jahre 1965,   beginnt zunächst einmal ohne Dialoge. Kommentiert wird das Geschehen von der Musik, von einem wunderbaren Soundtrack des Jazzorganisten Jimmy Smith, der mit seinem Trio klar macht, dass die Leute sehr angespannt sind, dass das Geschehen etwas von Verschwörung hat, dass jeder Weg  auf sein Potenzial als Fluchtweg geprüft wird.</p>
<p>Erst nach knapp sechs Minuten wird gesprochen, und auch dann geht es knapp um Handwerkliches, um die Frage, welches Schweißerwerkzeug man braucht, um einen schweren Tresor von Winther &amp; Winther in akzeptabler Zeit zu öffnen.  Und noch   eine ganze  Weile wird sehr wenig geredet,  schaut sich die Kamera die Figuren an, die ein Verbrechen planen, oder blickt mit deren Augen auf die Welt.</p>
<p>„Ganoven rechnen ab!“, einer der frühen Filme des verlässlichen  Krimispezialisten Pierre Granier-Deferre, scheint  da noch ein typischer, pardon, ein außergewöhnlicher französischer Film noir zu werden. Auch dann noch, als die drei  Ganoven (Charles Aznavour, Georges Géret, Maurice Biraud) merken, dass sie das Ding allein mangels Startkapital nicht stemmen können, weshalb sie den von   Lino Ventura gespielten Profi Alphonse mit Tricks und Lügen an Bord locken.</p>
<p>Dabei schleicht sich zwar ein ironischer Zug in die Gaunerangespanntheit des Anfangs. Aber den könnte man für bloße Auflockerung halten. Schließlich hat der enorm produktive Drehbuchautor Michel Audiard hier mit zwei echten  Ex-Kriminellen zusammengearbeitet. Vom einem, Alphonse Boudard, stammte die autobiografische Romanvorlage, der andere, Albert Simonin, der bewegte Jugendjahre in eine Karriere als Krimiautor umgesetzt hatte, half beim Skript. Aber die Krimistimmung hält eben nur an, bis Alphonse von den Kumpels im Stich gelassen wird, im Knast landet, die Haftzeit als Wochenschau vor sich vorbeiflimmern sieht und voller Rachegedanken wieder hinaus vors Gefängnistor tritt.</p>
<div id="attachment_6208" class="wp-caption alignleft" style="width: 310px"><a href="http://blogs.stuttgarter-zeitung.de/propellerinsel/wp-content/uploads/2013/04/ganoven-rechnen-ab-ventura2.jpg"><img class="size-medium wp-image-6208 " alt="In der ersten Hälfte des Films wirkt Lino Ventura ganz wie der harte Brocken in einem ernsten Noir. Das ändert sich aber. " src="http://blogs.stuttgarter-zeitung.de/propellerinsel/wp-content/uploads/2013/04/ganoven-rechnen-ab-ventura2-300x222.jpg" width="300" height="222" /></a><p class="wp-caption-text">In der ersten Hälfte des Films wirkt Lino Ventura ganz wie der harte Brocken in einem ernsten Film noir. Das ändert sich aber.</p></div>
<p>Danach wird dieser Krimi eine Gaudi, gar eine Farce. Das ist kein ruinöser Stilbruch. Es wirkt eher wie der  Kommentar von Audiard und Granier-Deferre zur damals vollzogenen  Spaltung des Kinos in   konservative Erzähler und avantgardistische Formauflöser. In der zweiten Hälfte des Films, in der neuen Zeit, tritt Charles Aznavours Gauner nun als falscher Guru auf, und seine ganze Familie,  zuvor als buchstäblich auf Schusters Leisten konzentrierte Handwerkersippe gezeigt, singt nun in wallenden Gewändern Fernöstliches vor sich hin. Venturas Alphonse tritt zwar rachesauer auf, aber er lernt, sich als  Kunstkenner durchzubluffen und ahnungslosen Neureichen etwas von Chromatik und Rhythmus abstrakter Bilder vorzuplappern.</p>
<p>„Ganoven rechnen ab!“ scheint da die Parodie eines Jean-Luc-Godard-Films zu sein, eine Krimizertöpperung, die über populäre Fantasien spottet und über die reale Gesellschaft, die sich hinter Filmbildern versteckt. Aber dieser zweigeteilte Krimi, der die schweren Jungs auf die Schippe nimmt, aber auch die neue Mode des Filmemachens, basiert eben nicht auf unmutknirschender Intellektualität basiert, sondern auf der Lust am Blödeln. In ihren besten Momenten schafft es die unbekümmerte Komödie &#8220;Ganoven rechnen ab!&#8221; denn auch, Godards intellektuelles Kino wie bloße  Gockelei aussehen zu lassen.</p>
<p>Ganoven rechnen ab! Concorde<em> DVD. 96 Minuten. Französische und deutsche Sprachfassung, DD 1.0. Deutsche Untertitel. Bild: 2,35:1. </em></p>
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		<title>Mäuse, Kohle, Strand und Haltung &#8211; Zum Tod von Annette Funicello</title>
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		<pubDate>Wed, 10 Apr 2013 23:51:07 +0000</pubDate>
		<dc:creator>tkl</dc:creator>
				<category><![CDATA[Film]]></category>
		<category><![CDATA[Annette Funicello]]></category>
		<category><![CDATA[Beach Party]]></category>
		<category><![CDATA[Frankie Avalon]]></category>
		<category><![CDATA[Mickey Mouse Club]]></category>
		<category><![CDATA[Mouseketeer]]></category>
		<category><![CDATA[Walt Disney]]></category>

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		<description><![CDATA[Starruhm nimmt viele Formen an. Auch die überlebensgroßer Mäuseohren zum Auf-den-Kopf-Schnallen. Solche Ohren trugen einst die Kinder im Mickey Mouse Club, einer 1955 gestarteten Serie des US-Fernsehens. Was diese bunt gemixte Show den Amerikanern deutlich machen wollte, war ihr Familienzuwachs: Walt Disney, Uncle Walt, wurde hier als Schirmherr aller Kindheiten der  Nation präsentiert, als Onkel [...]]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<div id="attachment_6195" class="wp-caption alignleft" style="width: 243px"><a href="http://blogs.stuttgarter-zeitung.de/propellerinsel/wp-content/uploads/2013/04/Funicello_1956.jpg"><img class="size-medium wp-image-6195" alt="Annette Funicello im Jahr 1956, in Mickey-Mouse-Club-Kluft samt Ohren und Lächeln." src="http://blogs.stuttgarter-zeitung.de/propellerinsel/wp-content/uploads/2013/04/Funicello_1956-233x300.jpg" width="233" height="300" /></a><p class="wp-caption-text">Annette Funicello im Jahr 1956, in Mickey-Mouse-Club-Kluft samt Ohren und Lächeln.</p></div>
<p>Starruhm nimmt viele Formen an. Auch die überlebensgroßer Mäuseohren zum Auf-den-Kopf-Schnallen. Solche Ohren trugen einst die Kinder im <a href="http://en.wikipedia.org/wiki/The_Mickey_Mouse_Club" target="_blank">Mickey Mouse Club</a>, einer 1955 gestarteten Serie des US-Fernsehens. Was diese bunt gemixte Show den Amerikanern deutlich machen wollte, war ihr Familienzuwachs: Walt Disney, Uncle Walt, wurde hier als Schirmherr aller Kindheiten der  Nation präsentiert, als Onkel für jeden einzelnen kleinen Amerikaner. Dass da Disney-Mäuseohren auf den Köpfen saßen, war nur ein für die Kamera sichtbares Symbol dafür, dass Disney bereits in den Köpfen saß.</p>
<p><a href="http://annetteconnection.com/" target="_blank">Annette Funicello</a>, geboren am 22. Oktober 1942 an der Ostküste und seit ihrem vierten Lebensjahr an der Westküste aufgewachsen, ein All-American-Girl also, war die Stargöre im Mickey Mouse Club, die mit dem nettesten Lächeln. Es war alles noch kindlich an Annette, aber da war doch schon eine Pose erkennbar, die an die besseren Hausfrauen der Werbung von damals erinnerte. Dieses kleine Mouseketeer-Mädel  - so nannte man die Studiokids – schien die Kontinuität amerikanischer Mittelschichtsideale zu verbürgen. Annette würde klaglos und fröhlich so werden, wie  die Mütter der Ära wenigstens glaubten, zu sein.<span id="more-6193"></span></p>
<p>Erfolg kann zum Gefängnis werden. Annette Funicello war einer der Beweise dafür, dass der Kontakt mit Walt Disneys Fantasiewelt glückliche Menschen schuf. Sie war eine strategische Ressource für den kleinen Unterhaltungskonzern, die man hüten musste. Wenn Funicellos Lächeln auf Disney zurückfiel, würde auch alles andere, was dieses Mädchen eventuell anstellen konnte, Auswirkungen auf Disney haben. Uncle Walts PR-Helfer machten sich daran, eine Jugend zu planen, und auch der Studiogründer selbst mischte mit, brachte seine Wünsche und Vorlieben an.</p>
<p>Dass Funicello dann mit einer Serie von Sonne-, Strand- und Backfischliebe-Filmchen noch bekannter wurde als mit dem Disney-Club, war nur halb im Sinn von Disney. Dass „Beach Party“ und die Folgefilme die neue Faszination des Surfens aufgriffen und das von vielen Bands, allen voran den Beach Boys,  besungene sorglose Strandleben zur harmlosen Vor-dem-Ernst-des-Lebens-Grille braver Kinder machten, war ganz im Sinne Disneys.  Der Welt der Surfer wurde hier die Gegenkultur, die Verweigerung, der Wertewechsel ausgetrieben. Wo Gegenkultur in den Beach-Party-Filmen auftauchte, wurde sie so ins Absurde verzerrt, dass man zweifelt, ob die  Produzenten auch nur das mindeste Bisschen  über das Original wussten.</p>
<div id="attachment_6197" class="wp-caption alignleft" style="width: 238px"><a href="http://blogs.stuttgarter-zeitung.de/propellerinsel/wp-content/uploads/2013/04/Beach_Party_Funicello_Avalon.jpg"><img class="size-medium wp-image-6197" alt="Annette Funicello und Frankie Avalon beim Versuch, sexy und unschuldig zugleich zu wirken. " src="http://blogs.stuttgarter-zeitung.de/propellerinsel/wp-content/uploads/2013/04/Beach_Party_Funicello_Avalon-228x300.jpg" width="228" height="300" /></a><p class="wp-caption-text">Annette Funicello und Frankie Avalon beim Versuch, sexy und unschuldig zugleich zu wirken.</p></div>
<p>Dass Funicello, die selbst schon ein paar Biederpophits in den Charts hatte, zusammen mit Teenie-Schmalzler und Weißbrot-Rock’n’Roller<a href="http://www.frankieavalon.com/" target="_blank"> Frankie Avalon</a> ein Leinwand-Traumpaar bildete, war ebenfalls im Sinne Disneys.  Strahlende Paare gab es auch in seinen Märchen. Und dass zwei Idole mit Fanbasis zusammenfanden, um die eigene Fangruppe um die des jeweils anderen zu erweitern, das war eine Verwertungsoptimierung ganz nach dem Herzen des Mannes, der gigantische Vergnügungsparks rund um seine Trickfilmfiguren  entwarf.</p>
<p>Aber junge Leute unterschiedlichen Geschlechts, viel Freizeit, viel Sonne, wenig elterliche Aufsicht &#8211;  in diesem Idyll brodelten leider auch ganz Disney-Kosmos-untauglich die Hormone. Die halbe Nacktheit des Strandvolks war nicht mehr jene seligster Unschuld, die Filme wurden ein Widerspruch in sich. Sie lockten mit der Andeutung von Frivolität und  bemühten sich dann doch, allen Sex als eine Sache ferner, noch undenkbarer  Zukunft erscheinen zu lassen. Disney bestand darauf, Funicello müsse einen züchtigen Badeanzug tragen und dürfe keinesfalls ihren Nabel zur Schau stellen.</p>
<p>Von heute aus erscheint Annette Funicello wie eine Vorläuferin von Miley Cyrus, wie eine Mädchen, das seine gesamte Jugend an  Disney verpachtet hat und stets mit der Frage leben muss, ob irgendein Akt spontaner Ich-Findung, eine neue Klamotte oder einen andere Frisur, gar eine Wortmeldung, ein teurer Vertragsbruch sein könnte. Aber Funicello hat sich nie böse über Disney geäußert, hat nie in der Öffentlichkeit aufbegehrt. Mit ihrer Heirat 1965 hat sie ihre Karriere beendet, wurde Hausfrau und Mutter, erfüllte punktgenau ein Kleinbürgerideal von damals. Auch Superstartum war nur ein Wartestadium auf den richtigen Mann.</p>
<p>Als Annette Fulnicello 1992 ihre Erkrankung an Multipler Sklerose öffentlich machte,  hat wohl mancher Amerikaner einen Stich gespürt. Die hierzulande kaum bekannte Schauspielerin war in den USA eine Ikone vermeintlich sorgloser Jahre. Das Bild von ihr und Frankie Avalon im Badezeug steckte noch in vielen Köpfen als Symbol  für eine bürgerliche Spaßkultur vor den Hippies, Yuppies und Erbenschnöseln.</p>
<p>Die letzten Jahre der zunehmend eingeschränkten Annette Funicello vor ihrem Tod am 8. April 2013 in Kalifornien müssen anstrengend  gewesen sein. Der <a href="http://d23.disney.go.com/news/2013/04/beloved-mouseketeer-and-iconic-teen-star-annette-funicello-passes-away/" target="_blank">offizielle Nachruf ihres früheren Arbeitgebers</a> aber stülpt ihnen den Disney-Geist über und bescheinigt der Strandschönheit der Sechziger „Würde, Tapferkeit und Haltung“. Eine „echte Disney-Legende“ sei sie gewesen. Ein Mousketeer-Leben endet eben mit einer Himmelfahrt.</p>
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		<title>Pigor, Pigor, Pigor!</title>
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		<pubDate>Fri, 05 Apr 2013 09:48:42 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Hans Joerg Wangner</dc:creator>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
		<category><![CDATA[Musik]]></category>
		<category><![CDATA[Chanson des Monats]]></category>
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		<category><![CDATA[swr2]]></category>
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		<description><![CDATA[War saumselig. Deshalb erst jetzt der Hinweis auf Pigors neuestes Chanson des Monats. Der Mann hat sich mal wieder selber übertroffen.]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<p>War saumselig. Deshalb erst jetzt der Hinweis auf<a href="http://www.pigor.de/"> Pigors</a> neuestes <a href="http://www.swr.de/swr2/swr2-chanson-des-monats-pigor/-/id=7576/nid=7576/did=7365184/mpdid=11228326/13m42zo/index.html">Chanson des Monats</a>.</p>
<p>Der Mann hat sich mal wieder selber übertroffen.</p>
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		<title>Die Lichter gehen aus &#8211; Edward Dmytryks &#8220;Die 27. Etage&#8221;</title>
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		<pubDate>Mon, 01 Apr 2013 22:14:14 +0000</pubDate>
		<dc:creator>tkl</dc:creator>
				<category><![CDATA[Film]]></category>
		<category><![CDATA[Amnesie]]></category>
		<category><![CDATA[Diane Baker]]></category>
		<category><![CDATA[Edward Dmytryk]]></category>
		<category><![CDATA[Gregory Peck]]></category>
		<category><![CDATA[Hollywood Ten]]></category>
		<category><![CDATA[Walter Matthau]]></category>

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		<description><![CDATA[In einem New Yorker Wolkenkratzer ist der Strom ausgefallen. Aber man könnte diesen Anfang von Edward Dmytryks Thriller „Die 27. Etage“ (im Original: „Mirage“) auch großflächiger deuten: im netten hellen Amerika sind die Lichter ausgegangen. Gregory Peck als biederer Angestellter David Stillwell tappt in der Finsternis treppab. Als er unten angekommen ist, steckt er schon [...]]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://blogs.stuttgarter-zeitung.de/propellerinsel/wp-content/uploads/2013/04/Miragecov.jpg"><img class="alignleft size-medium wp-image-6180" alt="Miragecov" src="http://blogs.stuttgarter-zeitung.de/propellerinsel/wp-content/uploads/2013/04/Miragecov-216x300.jpg" width="216" height="300" /></a>In einem New Yorker Wolkenkratzer ist der Strom ausgefallen. Aber man könnte diesen Anfang von Edward Dmytryks Thriller „Die 27. Etage“ (im Original: „Mirage“) auch großflächiger deuten: im netten hellen Amerika sind die Lichter ausgegangen. Gregory Peck als biederer Angestellter David Stillwell tappt in der Finsternis treppab. Als er unten angekommen ist, steckt er schon in einer unglaublichen Intrige.  Als Stillwell aber bei der Polizei Anzeige erstatten will, merkt er, dass er sich an kaum etwas aus seinem Leben erinnern kann.<span id="more-6174"></span></p>
<p><del></del><a href="http://www.imdb.com/name/nm0229424/?ref_=tt_ov_dr" target="_blank">Edward Dmytryk </a> war einer der <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Hollywood_Ten" target="_blank">Hollywood Ten,</a> ein Linker im Visier von McCarthys Gesinnungsschnüfflern. Er konnte dem Druck nicht standhalten. Erst ging er ins Gefängnis, dann sagte er gegen Kollegen aus. Viele haben ihm das nie verziehen.  „Die 27. Etage“ muss man vor diesem Hintergrund sehen (auch wenn das gemeinhin nicht getan wird): Dmytryk erzählt von einem Mann, der so unter Druck gesetzt wird, dass er zeitweilig alle Orientierung verliert, auch nicht mehr weiß, wer Freund und wer Feind ist. Zudem tischt Dmytryk seinem Publikum 1965 eine ganz herbe Auflösung auf. Es geht um den militärisch-industriellen Komplex, der in „Die 27. Etage“  selbst die Friedensbewegung als Helfershelfer einspannt.</p>
<p>Man kann diesen wenig bekannten Schwarzweißfilm seiner Skepsis wegen als Abkömmling von <a href="http://www.imdb.com/title/tt0056218/?ref_=fn_al_tt_2" target="_blank">„The Manchurian Candidate“ </a>sehen. Aber er gibt sich nicht gleich als politischer Film zu erkennen. Die rätselhafte Leere in und um Pecks Figur könnte auch schlichte Geisteskrankheit sein oder Teil eines kriminellen Komplotts. Manchmal scheint „Mirage“, der mit kurzen Rückblenden arbeitet, die sich kommentierend in Stillwells aktuelle Wahrnehmung schieben, spielerische, gar ironische Züge anzunehmen. Das erinnert nicht von ungefähr an <a href="http://www.imdb.com/title/tt0056923/" target="_blank">„Charade“</a>  und <a href="http://www.imdb.com/title/tt0060121/" target="_blank">„Arabesque“</a>. „Mirage“ liegt ein Roman von Howard Fast zugrunde,  aber das Drehbuch stammt <a href="http://www.imdb.com/name/nm0832099/?ref_=tt_ov_wr" target="_blank">von Peter Stone</a>, der auch die erwähnten beiden Verwirrthriller geschrieben hat.</p>
<p>Dass Dmytryks mit autobiographischem Subtext aufgeladener Film kein reines Meisterwerk ist, muss man zugeben. Vor allem die Rolle von Diane Baker als geheimnisvolle Schöne, die den ratlosen Stillwell aus anderen Zusammenhängen zu kennen scheint, aber nur in Andeutungen und Rätseln spricht, ist überflüssig und unlogisch.  Dafür trumpft Walter Matthau als Privatdetektiv auf, George Kennedy füllt eine Nebenrolle prima aus,  Qunicy Jones liefert einen guten Soundtrack und die Originalaufnahmen aus New York entfalten mittlerweile Archäologe-der-Moderne-Reiz. Es gibt also viele Gründe, sich „Die 27. Etage“ anzuschauen – vielleicht nächsten Sonntag, wenn der Rest Deutschlands wieder in „Tatort“-Umnachtung versinkt?</p>
<p>Edward Dmytryk<em>: Die 27. Etage. KSM DVD. 104 Minuten. Ton: Deutsch, Englisch  2.0 DD.  Untertitel: Deutsch. Bonus: Trailer, Biografien, Bildergalerie.</em></p>
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		<title>CD-Tipp: &#8220;The french album&#8221; des Atos-Trios</title>
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		<pubDate>Mon, 01 Apr 2013 11:55:01 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Hans Joerg Wangner</dc:creator>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
		<category><![CDATA[Musik]]></category>
		<category><![CDATA[Atos-Trio]]></category>
		<category><![CDATA[cd-tipp]]></category>
		<category><![CDATA[Cécile Chaminade]]></category>
		<category><![CDATA[Claude Debussy]]></category>
		<category><![CDATA[Jean Francaix]]></category>
		<category><![CDATA[Lili Boulanger]]></category>
		<category><![CDATA[The french album]]></category>

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		<description><![CDATA[Was für ein glückliches Zusammentreffen: die charmante, vor Originalität sprühende Komposition einer unbekannten Französin und die kongeniale, ausgefeilte Interpretation durch ein junges, frisch aufspielendes Klaviertrio. „The french album“ heißt die CD des Atos-Trios, das Werke von zwei Frauen und zwei Männern vereint. Claude Debussys G-Dur-Trio gehört fast zum gängigen Repertoire, auch Jean Françaix (1912–1997), der [...]]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<p>Was für ein glückliches Zusammentreffen: die charmante, vor Originalität sprühende Komposition einer unbekannten Französin und die kongeniale, ausgefeilte Interpretation durch ein junges, frisch aufspielendes Klaviertrio.<a href="http://www.atos-trio.de/atos/news.php"> „The french album“ </a>heißt die CD des <a href="http://www.atos-trio.de/atos/index.php">Atos-Trios</a>, das Werke von zwei Frauen und zwei Männern vereint. Claude Debussys G-Dur-Trio gehört fast zum gängigen Repertoire, auch Jean Françaix (1912–1997), der mit einem viersätzigen Werk von 1986 vertreten ist, dürfte allseits im Bewusstsein angekommen sein.</p>
<p>Cécile Chaminade (1857–1944)  hingegen ist eine echte Entdeckung.  Mit hochromantischem Impetus strömt ihr a-Moll-Trio dahin, Annette von Hehn (Violine), Stefan Heinemeyer (Cello) und Thomas Hoppe (Klavier) folgen mit hörbarer Spielfreude ihrem musikalischen Einfallsreichtum. Grandios! Abgerundet wird die auch optisch und inhaltlich pfiffig gestaltete CD mit einer Komposition von Nadia Boulangers früh verstorbener Schwester Lili (1893–1918): „D’un matin de printemps“ – auf dass der Frühling kommen möge!</p>
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