Archiv für die 'Fantastik' Kategorie

Romeo und Julia in der Gefechtsfeldvariante – Die Comicreihe “Saga”

SagacovsmEs herrscht Krieg in der Galaxis. „Wie eigentlich immer“, kommentiert die Erzählerin des Comics „Saga“ trocken. Und noch etwas ist uns vertraut: Liebe über die Frontlinie hinweg.  Die Erzählerin berichtet aus den Tagen ihrer Geburt, ihre Eltern sind die Handlungsträger. Mutter Alana und Vater Marko standen sich in verfeindeten Armeen in einer die ganze Galaxis umspannenden Auseinandersetzung gegenüber. Nun sind sie gemeinsam fahnenflüchtig:  Romeo und Julia in der Gefechtsfeldvariante.

Im galaktischen Krieg kommen Schwerter, Strahlenwaffen und Magie nebeneinander zum Einsatz.  Dass hier nicht pure Science Fiction, sondern Hightech-Fantasy geboten wird, kann man auch am Äußeren der Kontrahenten festmachen. Die Wesen vom Planeten Landfall besitzen Flügel und wirken auch sonst ein klein wenig elfenhaft,  ihre Gegner vom Mond Ranke tragen Satyrzüge, nämlich Widderhörner und die dazu passenden Schafsohren. ‘Romeo und Julia in der Gefechtsfeldvariante – Die Comicreihe “Saga”’ weiterlesen


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Worlds beyond wonder – Ein kleiner Hinweis an alle, die Jack Vance verpasst haben, obwohl er ziemlich lange unter uns war

Jack Vance, 1916-2013    (Foto: David M. Alexander)

Jack Vance, 1916-2013 (Foto: David M. Alexander)

Wo anfangen? Das Werk des amerikanischen Fantastik-Autors Jack Vance ist so umfangreich, dass man jede Beschreibung, egal, an welcher Ecke man anfängt, nach kurzer Zeit frustriert abbrechen möchte, weil man mit der willkürlichen Konzentration auf dieses oder jenes Detail ein falsches Bild des imposanten Ganzen liefert. Vance, der am 26.05.2013 im Alter von 96 Jahren gestorben ist, hat sowohl Science Fiction als auch Fantasy geschrieben, sogar einige Krimis hat er, teils unter Pseudonym, veröffentlicht. Aber dieses Aufpflanzen von Genrewimpelchen verrät noch nichts über sein Werk, nur über den Umgang mit ihm. ‘Worlds beyond wonder – Ein kleiner Hinweis an alle, die Jack Vance verpasst haben, obwohl er ziemlich lange unter uns war’ weiterlesen


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Eine Frage der Normen: Bram Stokers “Dracula”

Bram Stoker (1847-1912)

Bram Stoker hat es nicht leicht gehabt, nicht im Leben und nicht danach.  Als Gestalt der Literaturgeschichte wird der gebürtige Ire von Feingeistern oft nur widerwillig ertragen. Er gilt als mieser Stilist und kruder Groschengrusel-Hökerer, sein einer Roman, der ihm Nachruhm sichert, als Zufallstreffer, eher thematisch denn stilistisch interessant – der 1897 erschienene „Dracula“. ‘Eine Frage der Normen: Bram Stokers “Dracula”’ weiterlesen


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Lästig schlaue Tiere – H. Beam Pipers “Little Fuzzy”

So ist es also, alt zu werden. Man blickt vor allem zurück.  Die Reboots rundum machen mich zum Ich-erzähl-Euch-jetzt-von-Vorgestern-Onkel. Kaum ist der Neuanfang der  Superhelden bei DC und das Projekt „Perry Rhodan Neo“ halbwegs abgehandelt, kommt SF-Autor John Scalzi nach Stuttgart (Dienstag , 18. Oktober, 19 Uhr,  ins Deutsch-Amerikanische-Zentrum).  Im Gepäck hat er aaber keine Fortsetzung  des Old-Man’s-War-Zyklus, mit der er zum Bestsellerlieferanten wurde, sondern die Neufassung eines rund 50 Jahre alten Textes. Scalzis „Fuzzy Nation“ (schönes Wortspiel)  basiert auf dem 1962 erschienenen  Roman „Little Fuzzy“ von H. Beam Piper (1904-1964). ‘Lästig schlaue Tiere – H. Beam Pipers “Little Fuzzy”’ weiterlesen


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Perry Rhodan Neo: Spinnweben und Sternenstaub

Ich muss Sie zunächst vor Zeitverschwendung warnen. Das Folgende sollten Sie nicht lesen, wenn Sie der Meinung sind, Heftchenliteratur (ja, das Lesefutter vom Kiosk) sei von vornherein trivialer Dreck, Geschmacksverrohung, Volksverdummung und ein Hindernis auf dem langen Weg zu einer besseren Gesellschaft. Hier wird über Heftchen, im speziellen Fall „Perry Rhodan“, so geschrieben, als könnten sie einen Wert in unseren Leben haben, eine Daseinsberechtigung im Reich der Fantasiespiele. (Große Unruhe im Saal, Gedränge an den Ausgängen.) ‘Perry Rhodan Neo: Spinnweben und Sternenstaub’ weiterlesen


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Komm schnell, Du schöne Welt des Radiums

Glauben und Wissen sind nicht immer Gegensätze. Manchmal sind es Alterungsstufen. Das Wissen von Gestern erscheint uns heute als irriger Glaube. Was nicht das letzte Wort sein muss, wohlgemerkt. Manchmal haben wir es mit einer Kreisbewegung zu tun: mal scheint es etwas Gewissheit, dann bringen neue Erkenntnisse die ursprüngliche Theorie, Prognose oder Behauptung wieder zu Ehren. Es lohnt, nicht nur nach vorne zu schauen, sondern auch nach hinten, um der Skepsis eine Chance gegen das Wunschdenken, aber auch, um der Hoffnung eine Chance gegen den Pessimismus zu geben. ‘Komm schnell, Du schöne Welt des Radiums’ weiterlesen


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Keine Orks am Montparnasse

Deutsche Fantasyautoren, so das Vorurteil der Nüchternköpfigen, sind komische Typen, die in der Pubertät statt Mädchen Rollenspiele kennengelernt haben. Die Hunderte redundanter Schwafelschwarten über Trolle, Zwerge, Elfen weggeschmökert haben, nichts anderes kennen als solche schlechten Tolkienimitate und nun selbst welche verfertigen wollen. ‘Keine Orks am Montparnasse’ weiterlesen


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Philip José Farmer zum Abschied

Am Mittwoch ist der amerikanische SF- und Fantasyautor Philip José Farmer im Alter von 91 Jahren gestorben. In unserer Printausgabe bieten wir heute einen kleinen Nachruf, aber ich habe noch mal meine Empfehlung des Auftakts eines seiner großen Zyklen aus dem Archiv gekramt:

Drunten am Fluss – Philip José Farmers Jenseits
‘Philip José Farmer zum Abschied’ weiterlesen


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