Archiv für die 'Perlen der Weisheit' Kategorie

Helme, Lederkombis, Bikerkneipen? Iii-ah, iii-ah!

Der schönste Satz der heutigen StZ steht in einem Artikel über die Tierweihe beim Eselfest an der Zachersmühle. Der Vorsitzende des Kulturförderkreises der Mühle, Herbert Klöpfer, findet nämlich:

“Was es für Motorradfahrer gibt, sollte es auch für Esel geben.”


✷   ✷   ✷

Vom leichten Leben und vom Bücherhorten

Kurz vor meinem Umzug habe ich diesen Artikel der Schriftstellerin Kathrin Passig im “Merkur” gelesen (wenn mich die Erinnerung nicht trügt, dank eines Tipps des Krimibloggers Ludger Menke). Es ist ein sehr persönlicher, trotzdem analytischer  Text über die Änderung des Leseverhaltens, über den multiplen Bedeutungsverlust des Buches im Leben auch von Lesern. Passig schreibt, das macht ihre Ausführungen so interessant, aus der Warte (noch so eine Wendung, die bald keiner mehr verstehen wird) einer vormaligen passionierten Bücherhorterin, die als Autorin ein vitales Interesse daran haben müsste, dass Bezahltexte, hochpreisige, schwer kopierbare Datenträger, ja, vor allem, dass Buchkäufe ohne direkten Lesewunsch (Geschenke, Prestigeerhöhungen, etc.) uns noch lange erhalten bleiben. Passigs Schlussfolgerung: “Wenn ich das Interesse am Buch verlieren konnte, dann ist niemand davor gefeit.” ‘Vom leichten Leben und vom Bücherhorten’ weiterlesen


✷   ✷   ✷

Pop? Pop!

Was ist Pop? Es ist, was es ist, ja klar. Aber davon mal abgesehen: Lassen wir unsere Gedanken doch ein wenig fließen! Wow, das klänge gut: Die Behauptung, Pop sei so, oder so…. oder ganz anders. Per Definitionem. Eherne Weisheiten, mit Löffeln gefressen. Die reine Lehre der Popakademien. Ganz besonders beliebt ist so etwas auch unter Journalisten. Die Zuspitzung. Die Pointe. Eine These, eine normative Setzung. Etwas, an das sich das „gemeine Volk“ halten kann. Eine Orientierung, manchmal auch ein Bonmot nur. Explizit. Implizit. Glaubenssätze. Dabei ist Pop ja so vielgestaltig! Nicht leicht zu fassen. Etwas extrem Widersprüchliches. Etwas,was überall in der Luft liegt und doch schwierig zu greifen ist. Schwierig zu begreifen (weil es ja auch viel mit dem unmittelbaren Gefühl zu tun hat, mit Personen und ihrer Umwelt, mit der Psyche und mit dem, was einfach sein könnte, es aber immer wieder nicht ist…und vielem anderem). Aber auch einfach. Ganz einfach. Das Phänomen Popmusik will langsam und behutsam eingekreist sein anhand von Beschreibungen aus verschiedenen Perspektiven: Ästhetik, Ökonomie, Gesellschaft, Werte. Das könnten Kriterien sein. ‘Pop? Pop!’ weiterlesen


✷   ✷   ✷

Ein sicheres Zeichen

Garth Ennis, Jahrgang 1970, ist Ire und Bildheftchenautor, Zusammenfabulierer rabiater Gewaltorgien, bekennender Atheist, lustvoller Gotteslästerer, aber – ich will jetzt nicht salbungsvoll klingen – auch ein Gottsucher mit den Mitteln des knallharten Erwachsenencomics. Ich habe den (bei solchen Typen und Themen einander eher selten vor Enthusiasmus über die Buckel saltonierenden) Kollegen vorgeschlagen, Ennis mal zu porträtieren. Sie haben das für eine Auswirkung der Hitze auf mein Gemüt gehalten und vergessen, Nein zu sagen. Also lese ich jetzt ein paar Ennis-Geschichten, die ich noch nicht kannte, und habe mir auch die von Steve Dillon gezeichnete “Preacher”-Serie aus den Neunzigern noch einmal vorgenommen. Deren Titelheld sitzt mal an einem Kneipentresen und grübelt mit seinem einzigen Kumpel, einem Vampir übrigens, über Menschen, die Charlie Chaplin mögen, und solche, die Laurel & Hardy vorziehen. Dabei erzielen sie Einigkeit über nebenstehende Grobeinteilung der Menschheit.
(Abbildung: DC-Comics, aus “Preacher – Until The End of the World”)


✷   ✷   ✷