Archiv für die 'Film' Kategorie

Mamas wilde Jahre – Die William-Boyd-Verfilmung “Ruhelos”

ruhelos-covAlte Leute werden wunderlich. Denkt sich Tochter Ruth (Michelle Dockery aus „Downton Abbey“) wohl, als sie ihre Mutter Sarah Gilmartin (Charlotte Rampling) besucht und die fragt, ob ihr jemand gefolgt sie. Worauf sie die Grenze von Grundstück und Wald mit dem Fernglas absucht: zwischen den Bäumen hervor beobachte jemand das Haus, glaubt Sally. ‘Mamas wilde Jahre – Die William-Boyd-Verfilmung “Ruhelos”’ weiterlesen


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Ein Schnellfeuerhirte – Der Dokumentarfilm “Machine Gun Preacher”

Vielleicht wären auch in Deutschland die Kirchen wieder voller, wenn da einer predigen würde, der ein paar vollautomatische Waffen in der Sakristei zwischengelagert hat und erzählen kann, wie er heidnische afrikanische Mordbanden niedergemetzelt hat. Sehr viel heimeliger würde das die Gesamtgesellschaft allerdings nicht machen. Sam Childers jedoch ist in einer anderen Waffenkultur aufgewachsen, in den USA.   ‘Ein Schnellfeuerhirte – Der Dokumentarfilm “Machine Gun Preacher”’ weiterlesen


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Riskante Wendemanöver – Douglas Sirks “Duell in den Wolken”

sirk_duell_covEr sei der beste Reporter in der Stadt , wird Burke Devlin (Rock Hudson) von einem Einheimischen mal vorgestellt, als er zwischen den Maschinen und Tausendsassas einer Flugshow hindurchläuft. Dass Devlin sich für die Leute hier interessiert, wird er bald beweisen. Wir schreiben in Douglas Sirks Spielfilm „Duell in den Wolken“ das Jahr 1932, und die Kerle, die hier vor den Toren von New Orleans mit halsbrecherischen Wende­manövern um die   Wette fliegen, sind nicht nur ganz junge Heißsporne, sondern auch Veteranen des Ersten Weltkriegs, Kampfpiloten, die nicht mehr auf den festen und langweiligen Boden des bürgerlichen Friedens zurückgefunden haben. ‘Riskante Wendemanöver – Douglas Sirks “Duell in den Wolken”’ weiterlesen


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The Kids Are Not Alright – Jonathan Kaplans Wut im Bauch

wutimbauchcovWie mag das sein, in so einer abgelegenen Schlafstadt ohne Infrastruktur Teenager zu sein? Das fragt man sich immer wieder, wenn man in amerikanischen Filmen das künstliche Paradies der Vorstadt sieht, die ganz aufs Ruhebedürfnis der in die Stadt zur Arbeit pendelnden Mittelständler ausgerichtet ist. 1979 hat ein Film von Jonathan Kaplan, „Over the Edge“, im Deutschen heißt er „Wut im Bauch“, diese Frage zu beantworten versucht – und zwar ziemlich alarmistisch. Furchtbar ist es, schreit uns dieser Film entgegen, die Kids sind gelangweilt, frustriert, aggressiv, sie sind in ihrer Langeweile besonders empfänglich für den Kick, den Drogen versprechen. The kids are not alright.

Dass dieser auf dem ersten Drehbuch von Tim Hunter basierende Film jetzt auch bei uns als DVD erscheint, ist natürlich verdienstvoll. Denn „Wut im Bauch“ hatte ja große Ambitionen, man merkt ihm an, dass er der Debattenthemafilm des Jahres werden wollte, ein game changer in Sachen Wahrnehmung von und Umgang  mit den bürgerlichen und weniger bürgerlichen Kids. ‘The Kids Are Not Alright – Jonathan Kaplans Wut im Bauch’ weiterlesen


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Dimensionsloch in der Garage – Das Apple-Gründer-Biopic “jOBS”

jobs-cov„Das“ Steve-Jobs-Biopic, heißt es in allen Meldungen zu jenem Filmprojekt der Sony-Studios, bei dem David Fincher gerade als Regisseur ergebnislos vorverhandelt hat. Als gäbe es bloß diesen einen Versuch Hollywoods, das Leben des Apple-Gründers nachzuerzählen. Damit wäre schon alles gesagt über die Nachwirkung von „jOBS“, einem von Matt Whiteley geschriebenen, von Joshua Michael Stern inszenierten Biopic, in dem Ashton Kutcher das One-more-thing-Marketinggenie verkörpert: die war gleich Null. ‘Dimensionsloch in der Garage – Das Apple-Gründer-Biopic “jOBS”’ weiterlesen


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Ein Feind der Zäune – King Vidors Western “Mit stahlharter Faust”

Mit-stahlharter-Faust-covDer Mensch verändert jenen Weltwinkel, in die er sich vor seinesgleichen flüchtet, bis sie so aussehen wie jene Gegend, die er hinter sich lassen wollte.  Von dieser Zwickmühle erzählen Western immer wieder, so auch King Vidors „Mit stahlharter Faust“, im Original „Man Without a Star“  aus dem Jahr 1955. Kirk Douglas spielt den erfahrenen, rotzfrech auf sich selbst vertrauenden Cowboy,  der gleich anfangs beim Schienentrampen einen Neuling, einen Zivilisationsflüchtigen von der Ostküste, auf ein paar reale Gegebenheiten hinwiesen muss. Der Westen ist also anders, als sich das die Traumtänzer vorstellen (eine durchaus ironische Volte, findet diese Belehrung doch in einem Filmwestern zu einer Zeit statt, als dieses Genre selbst noch heftig an der Verklärung von Ort und Epoche arbeitet). ‘Ein Feind der Zäune – King Vidors Western “Mit stahlharter Faust”’ weiterlesen


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Ein Westler in Ostberlin – Günter Reischs “Ein Lord am Alexanderplatz”

Ein_Lord_am_AlexanderplatzMan habe sein „Totenschiff“ noch mal hinbekommen, erklärt der Ostberliner Mechaniker dem westdeutschen Herrn, dessen schwarzer Mercedes 300 einen Werkstattbesuch dringend nötig hatte. In Günter Reischs Komödie „Ein Lord am Alexanderplatz“ aus dem Jahr 1967 symbolisiert die betagte schwarze Luxuskarre einen Überlegenheitsanspruch des Westens, der nicht mehr haltbar ist.

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Überraschende Gäste, verrückte Gastgeber: James Whales “The Old Dark House”

olddarkhousecovWer die ruckelnden Tricks des vordigitalen Kinos mag, der wird sich in James Whales Horrorklassiker „The Old Dark House“ aus dem Jahr 1932 früh verlieben. Drei Menschen fahren in einem heftigen Regensturm auf unsicheren Behelfswegen durch die Berge von Wales, und die Kamera zeigt uns ein reales Auto auf dem Außengelände der Universal, den Fahrgastraum im Studio mit Rückprojektion – und ein kleines Modellauto, das auf einer vermatschten Holzplatte im Trickstudio entlangzuckelt. Das kuriose Rütteln und Schütteln des Modells wirkt nicht lächerlich, es lässt nur das Menschenwerk angesichts der Gewalt der Natur umso klappriger wirken. Ganz und gar hinreißend ist der Erdrutsch, mit dem James Whales Trickleute dem Holzauto den Rückweg abschneiden. ‘Überraschende Gäste, verrückte Gastgeber: James Whales “The Old Dark House”’ weiterlesen


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Die andere Art Straßenstrich – “Prince Avalanche” auf DVD

Prince_Avalanche_PlakatAuf Arbeiter als Hauptfiguren hat das Unterhaltungskino schon lange keine Lust mehr. Es sei denn, sie schmeißen den Baustellenhelm hin und retten die Welt vor Aliens, Kometen oder Terroristen. Aber dann waren sie vorher schon was Kinocooles, Spezialisten auf einer Ölbohrplattform oder so. Zwei Straßenarbeiter, die weiße Striche auf den Asphalt malen, und das auch noch draußen an einer menschenleeren Strecke zwischen den Orten – diese Personalbeschreibung klingt wie ein galliger Witz.   aber hat den umzusetzen gewagt, als Remake eines isländischen Films (aber aus Island erwartet man ja schratig verschrobenen filmischen Wahnsinn, der nur auf Festivals läuft, aus den USA nicht). Weiß der Teufel, wie Green dieses Projekt finanziert bekommen hat, ohne unterwegs in eine Zwangsjacke gesteckt zu werden. ‘Die andere Art Straßenstrich – “Prince Avalanche” auf DVD’ weiterlesen


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Die Klasse dieser Klasse – “Downton Abbey”, Staffel 4

Downton_logoOb’s nur das Alter ist? Oder die Beschäftigung mit dem Thema?  Der 64-jährige Julian Fellowes jedenfalls, Schöpfer des britischen TV-Juwels „Downton Abbey“, wird von Jahr zu Jahr konservativer. Diese im Jahr 1912 einsetzende Erzählung von Herrschaften und Bedienten auf einem Herrensitz in Yorkshire war in der ersten Staffel noch eine Geschichte, die Oben und Unten sehr ausgewogen zeigte. Man konnte sich faszinieren lassen von den Ritualen und Konventionen des feinen Lebens, vom  bis ins Absurde ausgeklügelten Uhrwerkgetriebe des Umsorgens der Blaublütigen. Aber man konnte sich zugleich auch Empören über diese Ausbeutung, die von den Ausbeutern als vormundschaftliche Fürsorge begriffen wurde. ‘Die Klasse dieser Klasse – “Downton Abbey”, Staffel 4′ weiterlesen


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