Archiv für die 'Allgemein' Kategorie

CD-Tipp: das Violinkonzert von Ermanno Wolf-Ferrari

Es ist eine tröstliche Erkenntnis: Manchmal gibt es so etwas wie Gerechtigkeit im Leben. Auch wenn sie so spät kommt wie in der Geschichte von der unglaublichen Liebe zwischen Ermanno Wolf-Ferrari und Guila Bustabo. Er, der spätromantische Meister, hat für sie, die vierzig Jahre jüngere, heute längst vergessene Stargeigerin, ein Violinkonzert geschrieben, das zu den schönsten seiner Gattung gehört. Diese Erkenntnis verdanken wir dem Dirigenten Friedrich Haider, der das Werk wieder entdeckt und mit der spanischen Oviedo Filarmonía und dem Solisten Benjamin Schmid eingespielt hat. ‘CD-Tipp: das Violinkonzert von Ermanno Wolf-Ferrari’ weiterlesen


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CD-Tipp: Haydn-Sinfonien mit Thomas Fey

Man sollte häufiger Haydn hören.  Zum Beispiel Vol. 19 der Sinfonien, die Thomas Fey mit den Heidelberger Sinfonikern alle einspielt. Die Produktion ist eine durch und durch kluge Angelegenheit. Nicht nur die Interpretation, auch die begleitenden Texte im Booklet zeigen: Joseph Haydn, das ist Musik für   Erwachsene, frei nach Johann  Jakob Winkelmanns Formel von der edlen Einfalt und  stillen Größe.

Es gibt nur wenige Komponisten, die formale Sicherheit so mit Witz verbinden wie Haydn – wobei das Wort Witz durchaus auch  in seiner alten Bedeutung im Sinne von Intelligenz verstanden werden kann. Nur sollten seine sorgfältig austarierten Kompositionen genauso sorgfältig aufgeführt werden. Doch da sind die Sinfonien 26, 27 und 42 in den besten Händen. Thomas Fey führt seine Musiker mit dem freudigen Respekt, den diese Musik zum Erblühen braucht. In jeder Hinsicht: ein klassisches Meisterwerk. Und zum Glück gibt es noch  mehr davon.


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Pigor, Pigor, Pigor!

War saumselig. Deshalb erst jetzt der Hinweis auf Pigors neuestes Chanson des Monats.

Der Mann hat sich mal wieder selber übertroffen.


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CD-Tipp: “The french album” des Atos-Trios

Was für ein glückliches Zusammentreffen: die charmante, vor Originalität sprühende Komposition einer unbekannten Französin und die kongeniale, ausgefeilte Interpretation durch ein junges, frisch aufspielendes Klaviertrio. „The french album“ heißt die CD des Atos-Trios, das Werke von zwei Frauen und zwei Männern vereint. Claude Debussys G-Dur-Trio gehört fast zum gängigen Repertoire, auch Jean Françaix (1912–1997), der mit einem viersätzigen Werk von 1986 vertreten ist, dürfte allseits im Bewusstsein angekommen sein.

Cécile Chaminade (1857–1944)  hingegen ist eine echte Entdeckung.  Mit hochromantischem Impetus strömt ihr a-Moll-Trio dahin, Annette von Hehn (Violine), Stefan Heinemeyer (Cello) und Thomas Hoppe (Klavier) folgen mit hörbarer Spielfreude ihrem musikalischen Einfallsreichtum. Grandios! Abgerundet wird die auch optisch und inhaltlich pfiffig gestaltete CD mit einer Komposition von Nadia Boulangers früh verstorbener Schwester Lili (1893–1918): „D’un matin de printemps“ – auf dass der Frühling kommen möge!


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CD-Tipp: Schubert mit Filippo Faes

Was für ein Finale: nicht weniger als rekordverdächtige  717 Takte braucht Franz Schubert für den letzten Satz seiner c-Moll-Klaviersonate (D 958),  eine rasende Tour de force, einmal  quer durch den Quintenzirkel. Und auch wenn es in der gängigen Literatur kaum einen ähnlich lang ausgeschrieben Satz geben dürfte – langatmig ist dieses neunminütige Allegro keine Sekunde lang. Zumindest nicht in der Interpretation von Filippo Faes, der mit seinem virilen Zugriff das  Geschehen unerbittlich  nach vorne zwingt.  Grandios. ‘CD-Tipp: Schubert mit Filippo Faes’ weiterlesen


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Konzerttipp: Anna Zassimova in Stuttgart

Erst vor wenigen Wochen hat sie uns mit einer Brahms-CD bezaubert, jetzt ist sie live in Stuttgart zu hören: Am Freitag, 18. Januar, 20 Uhr,  spielt die Pianistin Anna Zassimova im Freien Musikzentrum. Auf dem Programm  stehen Werke von Chopin, Brahms, Schumann und Debussy. Und von Georges Catoire, über dessen Leben und Werk die Musikerin 2010 promoviert hat.

Na, wenn das an diesem trüben Wochenbeginn keine schönen Aussichten sind!


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CD-Tipp: Schumann mit Florian Uhlig

Florian Uhlig, das ist gewiss, schreibt mit seiner Gesamtaufnahme von Robert Schumanns Klavierwerken Interpretationsgeschichte – historisch, wissenschaftlich und musikalisch. Er ist der richtige Mann für dieses Mammutprojekt aus dem Hause Hänssler Classic. Er hat das technische Rüstzeug,  den notwendigen Ernst und er trifft vor allem, ganz wichtig bei Schumann, den richtigen Ton. So innig wie er hat noch kaum einer die Papillons (Vol. 3, „Charakterstücke I“) hingezaubert, so traumverhangen entrückt klingt ein großer Steinway nur ganz selten.

Und nun also Vol. 4, „Schumann in Wien“. Mit Kompositionen, die ihm eigentlich genauso liegen müssten, zum Beispiel mit der Arabeske op. 18 und der Humoreske op. 20. Nur: dieses Mal mag sich, bei aller Verlässlichkeit und Genauigkeit, der Zauber nicht so recht einstellen. Nicht nur, dass der Flügel etwas weniger brillant intoniert ist als in Vol. 3. Uhlig öffnet sich weniger der Schumann’schen Poesie, als man das hätte erwarten mögen, er bleibt distanzierter, unverbindlicher. Das spielt sich zwar immer noch auf  einem enormen Niveau ab, nimmt man aber etwa die Humoreske, so wird im direkten Vergleich mit Piotr Anderszewski (der übrigens am 19. Dezember in Stuttgart gastiert – hingehen!) deutlich, wie groß die Unterschiede zwischen einer sehr guten und einer phänomenalen Interpretation sein können.

Aber man kann nicht alles haben. Deshalb: auf ein Neues!


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CD-Tipp: Bach mit Isabelle Faust

Was für ein Bekenntnis: „fassungs- und  oft auch ratlos“, schreibt Isabelle Faust, stehe sie oftmals Johann Sebastian Bachs Sonaten und Partiten für Violine solo gegenüber. Und das nach jahrzehntelanger intensiver Beschäftigung mit diesem sechsteiligen Zyklus, dessen zweite Hälfte sie jetzt auf  CD vorgelegt hat.

Nach der C-Dur-Sonate und den Partiten in d-Moll und E-Dur von 2010 ist bei harmonia mundi nun also gewissermaßen auch Faust II erschienen: die Sonaten in g-Moll und a-Moll sowie die Partita in h-Moll. Und wiederum  nähert sich die Geigerin ihrer Aufgabe mit äußerster Präzision und Konzentration. Da ist jede Phrasierung wohl überlegt, jede dynamische Nuance genau dosiert, jeder architektonische Bogen gewissenhaft bedacht. Aber Isabelle Faust wäre nicht Isabelle Faust, wenn sie ihr breites akademisches  Fundament nicht mit großer Spielfreude verbinden würde. So ist am Ende eine Gesamteinspielung von Bachs Solowerk herausgekommen, wie sie – wieder einmal –  keine Vergleiche zu scheuen braucht.

Als „eine Momentaufnahme“ bezeichnet Isabelle Faust ihre beiden Bach-CDs. Eine Momentaufnahme? Es wird wahrscheinlich lange dauern, ehe uns wieder solche Momente aus dem bachschen Kosmos beschert werden.


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Göttlich: die SWR-2-Musikstunde über Heifetz

“Rubinstein brüllt: ,Jascha, selbst wenn Gott hier geigen würde, stünde auf den Plakaten: Rubinstein, GOTT, Piatigorsky, in dieser Reihenfolge.’”

Wie gut, dass – Triumph der Technik – auch diese Musikstunde nachzulesen und nachzuhören ist. Wollte ich nur mal gesagt haben.


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Die Musikstunde mit Thomas van Rübenacker

“Ich kenne eigentlich nur einen aus dieser Zunft, den Glöckner von Notre-Dame. Der war so arm, dass es nicht einmal zu einem Modo reichte – er brachte es nur bis zum Quasimodo.”

Und so kalauert Thomas Rübenacker, der laut Folge 1 eigentlich Beethoven heißt, sich munter durch die Musikstundenwoche. Anhören!


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